Farfalla, Spinach und die andern

Ich mache ja mit Feuereifer beim Gewinnspiel auf Angelas Buecherregal mit (und habe sogar bereits zwei Tagespreise gewonnen, cool!). Dort lautet die kreative Aufgabe dieser Woche folgendermassen:

Über was könntest du dir vorstellen, ein Buch zu schreiben?

(Schreibe etwas zum Thema, zu der „Geschichte“ selbst, welches Genre du auswählen würdest, und ob es ein Happy-End oder keines hätte, usw…)

Eigentlich habe ich zwei Buecher in der Pipeline. Eines ist ein Gedichtband (keine Angst, nicht gereimt) mit Gedichten von mir, die in ziemlich schwierigen Lebenslagen entstanden sind, das andere ist ein Kinder(-vorlese-)buch mit einer Fantasiegeschichte – eben ueber Farfalla und Spinach. Mehr dazu weiter unten.

·         Wie würde der Titel deines Buches lauten?
Gedichtband: ich habe einen Titel, will den aber bisher nicht oeffentlich machen.
Kinderbuch: Farfalla, Spinach und die andern
 
·         Wie könnte das Cover des Buches aussehen, wenn du entscheiden dürftest?
Gedichtband: ich habe da eine Idee, kann sie aber nicht konkret beschreiben
Kinderbuch: entweder ein dunkler, geheimnisvoller Wald oder ein blauer Himmel mit Wolkenformationen, in denen man allerlei Formen entdecken kann
 
·         Würdest du ein Pseudonym verwenden, oder deinen richtigen Namen?
Ein Pseudonym. Ich weiss auch schon, welches 🙂
 
 

Und nun zur Geschichte (koennte auch der Klappentext sein): Monsieur Pyjama und Mademoiselle Fenouille, beide eher schuechtern, lernen sich kennen und lieben, heiraten und bekommen zwei Kinder: Farfalla und Spinach. Diese erleben in ihrem Alltag allerlei Abenteuer…

 

Leseprobe (das ist nicht das erste Kapitel):

Eines schoenen Fruehlingstages beschlossen Farfalla und Spinach, wieder einmal in den Wald zu gehen. Sie baten ihre Mutter, Mademoiselle Fenouille, um einen Picknickkorb, packten auch eine Decke und ihre beiden Taschenmesser ein und zogen los.

Unterwegs blieben sie immer wieder stehen, um einen Schmetterling, eine Biene oder eine Ameise zu beobachten. Sie freuten sich an der warmen Brise und am  blauen Himmel, an dem einige kleine, wattige Woelkchen hingen.

Der Wald empfing sie mit seiner angenehmen Kuehle. Im schattigen Dunkel erreichten Farfalla und Spinach bald ihr Lieblingsplaetzchen am Bach. Sie breiteten die Decke auf das dicke Moospolster, oeffneten den Picknickkorb und machten es sich bequem. Doch ploetzlich horchte Farfalla auf: „Was war das?“

„Ich habe es auch gehoert – so ein Rascheln. Ich glaube, es kommt von da hinten!“

Vorsichtig, um das Maeuschen oder den Vogel im Unterholz nicht zu erschrecken, bewegten sich Farfalla und Spinach auf das Geraeusch zu. Doch sie sahen kein Tier. Dafuer schimmerte etwas rotbraun durch die Blaetter eines Busches. „Dort!“ Beide Kinder hielten sich mucksmaeuschenstill.

Da ertoente eine feine Stimme aus dem Dickicht: „Kinder, bitte erschreckt jetzt nicht – ich moechte gern herauskommen. Ich tue euch nichts, und bitte tut auch Ihr mir nichts!“

„Natuerlich nicht! Wer bist du denn?“

Ein Zwerg trat aus dem Gebuesch. Er trug eine rote Zipfelmuetze und eine braune Kutte, dazu dunkelbraune Hosen und schwarze Schuhe. Sein Bart war grau und reichte fast bis zu seinem Guertel. „Ich bin Graubart, der Bote des Zwergenkoenigs und der Zwerdgenkoenigin. Die beiden haben vor einer Woche Zwillinge bekommen, und weil sie wissen, dass Ihr an Zwerge glaubt und bei euren Waldspaziergaengen immer aufpasst, nicht auf irgendwelche Loecher zu treten, um uns nicht zu stoeren, laden sie euch ein zum Fest.“

„E..e..ein Fest?“ stiess Spinach hervor,  „wo denn?“

„Hier, in unserer Zwergenhoehle. Ich verzaubere euch jetzt, damit Ihr klein werdet wie ich und mit mir kommen koennt.“ Mit diesen Worten murmelte Graubart etwas in seinen Bart, fuchtelte dazu mit den Haenden in der Luft herum, und – schwupp – wurde die Welt rings um Farfalla und Spinach riesengross. Das heisst, eigentlich wurde nicht die Welt gross, sondern die Kinder wurden klein. Sie schrumpften, bis sie sogar noch ein ganzes Stueck kleiner waren als der Zwerg Graubart. Sie trugen ploetzlich auch nicht mehr ihre gewoehnlichen Kleider, sondern festliche Gewaender. Staunend sahen sie einander an. Da sie sich ein wenig unsicher fuehlten, fassten sie sich an den Haenden. „So, jetzt seid Ihr bereit. Kommt mit!“

Graubart schritt ihnen voran bis zum Eingang der Zwergenhoehle, der gut versteckt unter einer grossen Wurzel am Ufer des Baches lag. Er oeffnete die Tuer und die drei traten ein.

Unwillkuerlich entfuhr Farfalla ein „Wow!“. Sie standen in einer grossen, hohen Halle, die von Kronleuchtern erhellt wurde. Links und rechts gab es lange Tische, auf denen die feinsten Speisen in reich verziertem Geschirr standen. Neben jedem Gedeck hatte es ein Tischkaertchen mit dem Namen des Gastes. Von der Decke hingen glitzernde Kronleuchter, und auf den Tischen standen Kerzen. Farfalla und Spinach waeren gerne noch laenger geblieben, aber Graubart fuehrte sie weiter. Er oeffnete eine Tuer an der linken Wand des Esssaales.

„Kommt nur herein, die Koenigin erwartet euch!“

Scheu betraten Farfalla und Spinach das koenigliche Schlafgemach. In einem Himmelbett lag die Zwergenkoenigin und strahlte. In jedem Arm hielt sie ein Zwergenbaby, einen Jungen und ein Maedchen. „Schoen, dass Ihr gekommen seid!“, begruesste sie die Kinder. „Tretet nur naeher!“

Farfalla und Spinach durften ganz nahe ans Bett herangehen. Die Zwergenbabies schliefen friedlich und laechelten im Schlaf. „Wie heissen sie denn?“, fluesterte Spinach nach einer Weile. „Der Junge heisst Tered, das Maedchen Parpar“, antwortete die Zwergenkoenigin. „Schoene Namen!“, meinte Farfalla. „Und jetzt duerft Ihr mit Graubart zum Festessen und anschliessendem Tanz gehen“, sagte die Zwergenkoenigin.

Auf dieses Stichwort hin fuehrte Graubart die Kinder wieder in den Esssaal zurueck, wo sich inzwischen auch die anderen Gaeste eingefunden hatten. Jeder suchte sich seinen Platz am Tisch, und schon mald verkuendete das Klappern von Metall auf Porzellan, dass die Speisen ausgezeichnet schmeckten. Farfalla und Spinach genossen es sehr, einmal ohne ihre Eltern zu einem Fest eingeladen zu sein. Die Zwerge waren ueberaus nett zu ihnen, erzaehlten ihnen viel und frageten sie ueber das Leben der Menschen aus.

Schliesslich betrat der Zwergenkoenig eine kleine Buehne am Ende des Raumes. „Danke, dass Ihr alle gekommen seid“, begann er. „Zur Feier der Geburt meiner Zwillinge Tered und Parpar habe ich alle, die im Zwergenreich Rang und Namen haben, eingeladen. Unsere Ehrengaeste sind Farfalla und Spinach, die beiden Menschenkinder, die fuer unsere Babies Paten standen. Und jetzt lade ich euch alle zum Tanz in den Tanzsaal ein.“

Wirklich begaben sich jetzt alle Gaeste in einen weiteren, reich verzierten Raum, der durch die vielen Spiegel an den Waenden noch groesser wirkte, als er war. Die Musik begann zu spielen, und die Zwerge tanzten. Natuerlich tanzten Farfalla und Spinach auch mit, und zwar so lange, bis ihnen vom vielen Drehen ganz schwindlig war.

Da stand auf einmal Graubart wieder vor ihnen. „Na, Kinder, hat es euch gefallen? Ich bringe euch jetzt wieder nach draussen, damit Ihr rechtzeitig zu Hause seid, sonst machen sich eure Eltern sicher Sorgen!“ Er nahm die Kinder bei der Hand und geleitete sie zurueck durch das Speisezimmer zur Eingangstuer.

Draussen murmelte er nochmals einen Zauberspruch, und – schwupps – waren Farfalla und Spinach wieder so gross wie vor dem Besuch bei den Zwergen. Sie trugen auch wieder ihre Alltagskleidung. Verwundert blickten sie sich um, als ob sie aus einem Traum erwachten. Aber Graubart stand immer noch vor ihnen.

„Danke, danke tausendmal! Das war wunderschoen!“, sagten sie wie aus einem Mund. Graubart laechelte: “ Wann immer Ihr uns besuchen kommen wollt, duerft Ihr das gerne tun. Kommt einfach hierher und ruft meinen Namen, dann hole ich euch ab.“

Mit diesen Worten trat der Zwerg zurueck ins Dunkel des Waldes.

Farfalla und Spinach sahen einander an. Dann bemerkten sie, dass es schon fast Abend war. Rasch rafften sie ihre Sachen zusammen und machten sich auf den Heimweg.

Und am Abendbrottisch kamen sie vor lauter Erzaehlen fast nicht zum Essen. Mademoiselle Fenouille und Monsieur Pyjama hoerten gespannt zu und laechelten dabei.

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5 Antworten zu Farfalla, Spinach und die andern

  1. Angela schreibt:

    Das ist ein richtig schöner Beitrag der mir sehr gut gefällt ♥
    Danke dir für die Teilnahme, und damit erhälst du 3 weitere Lose 🙂
    LG Angela

  2. Angela schreibt:

    Sorry, 5 Lose meinte ich 😉 Habe es geändert 🙂
    LG Angela

  3. H. schreibt:

    Sehr tolle Geschichte! ♥

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