Die Fledermäuse kommen!

Eigentlich begann alles ganz gemütlich. Bei Mama daheim war ein Frauenabend geplant, mit ihr, meiner besten Freundin A. und meiner Wenigkeit. Die Kinder gingen „früh“ (für Ferienverhältnisse) schlafen, und da es in der Schweiz noch lange nach Sonnenuntergang hell ist, setzten wir uns mit einem Drink (danke, A.!) und Kerzen auf den Balkon.

Langsam wurde es spät (und dunkel), und wir beschlossen, den Abend drinnen fortzusetzen. Allerdings liessen wir die Fenster weit offen, damit wir weiterhin die angenehme Abendluft geniessen konnten.

Doch plötzlich flatterte etwas durchs Fenster – ich dachte zuerst an einen grossen Nachtfalter, aber es war deutlich grösser… und begann, unter der Zimmerdecke zu kreisen. Eine Fledermaus! Kurz darauf kam noch eine, und dann noch eine… alle kreisten oben im Zimmer herum, zu hoch, um die Fenster als Ausweg zu finden.

Was tun?

Eine Fledermaus im Flug zu fangen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Ausserdem fürchteten wir, sie zu verletzen. Vorsichtshalber schlossen wir also alle Fenster und Türen, um wenigstens den Raum zu begrenzen. A. und ich rüsteten uns mit Handschuhen aus (beissen Fledermäuse? Wir gingen lieber auf Nummer sicher) und standen so lange möglichst reglos im Zimmer, bis eine der Fledermäuse sich auf der Vorhangstange niederliess. Von dort konnte A. sie in die Hand nehmen und auf dem Balkon in die Freiheit entlassen.

Eine weg, bleiben zwei.

Die immer noch wild im Zimmer herumflatterten… nach einer weiteren laaangen Weile setzte sich eine oben auf eine Vitrine. Ich stieg auf einen Stuhl und versuchte, sie in die Hand zu kriegen – aber die Tierchen sind so klein (und machen sich im Bedarfsfall noch kleiner), dass ich sie nicht erwischte. Statt dessen zog sie es vor, sich hinter die Ecke der Vitrine zu verziehen. Also hiess es Möbel rücken – und dies nach Mitternacht in einem Wohnblock! Dann die Überraschung: Keine Fledermaus zu sehen! Eine nähere Untersuchung brachte eine kleine Nische zutage, die sich über die ganze Länge (bzw Höhe) der Vitrine hinzog und in der sich unsere Besucherin verkrochen hatte. Mit dem Hinterende einer Plastikgabel gelang es A., sie „herauszuärgern“ und dann freizulassen.

Zwei weg, bleibt eine.

Die war inzwischen aber auch unsichtbar geworden.

??? !!!

Das Problem ist folgendes: Setzt sich die Fledermaus irgendwo hin, ohne dass man sie mit den Augen verfolgen kann, ist sie praktisch unauffindbar. Wir sahen also hinter den Bildern, in den Büchergestellen und an allen möglichen und unmöglichen Orten nach, bis wir sie sahen: Sie sass seelenruhig auf dem Hut einer Porzellanpuppe. A. versuchte sie zu greifen, worauf sie ihr fast ins Gesicht flog und wieder zu kreisen begann… mission failed.

Dann setzte sie sich hinter einen Teddybären und wir beschlossen, einem dringenden Bedürfnis nachzugeben, da wir ja wussten, wo sich die Gesuchte verbarg.

Denkste! Zurück vom stillen Örtchen verschoben wir den Teddy und standen bereit, die Fledermaus zu fangen – aber weg war sie! Nach längerer Suche entdeckten wir sie gut versteckt in den Falten des Vorhangs.

Aus Angst, sie würde uns wieder entwischen (inzwischen waren gut eineinhalb Stunden seit dem Zeitpunkt des Einfliegens vergangen und es war deutlich später als wir es eigentlich gewünscht hätten), wickelten wir den Ausreisser sorgfältig in die Falten des Vorhangs ein, hängten diesen in seiner gesamten Länge aus, trugen ihn auf den Balkon, wickelten die Fledermaus langsam und vorsichtig aus und liessen sie fliegen.

Uff, geschafft!  (Und vor lauter Schreck und Überraschung haben wir kein einziges Foto von der Aktion… schade!)

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Eine Antwort zu Die Fledermäuse kommen!

  1. David schreibt:

    Tja – einfach verblüffend, diese Tierchen…

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