Polio, Panik und ein Picknick

Der Titel ist zugegebenermassen etwas reisserisch, aber die Alliteration ist doch geglueckt, oder?

Zur Polio: Seit letztem Februar wurden in verschiedenen Orten im Süden Israels Polioviren im Abwasser gefunden. Jetzt (im August) hat die Regierung beschlossen, alle Kinder im Alter von 0 – 9 Jahren durch eine Schluckimpfung mit abgeschwächten Polioviren zu impfen. Dies sei nötig, um einer Ausbreitung der Wildviren vorzubeugen. Bisher wurden etwa 170 000 Kinder geimpft. (Anmerkung: Die Kinder werden hierzulande routinemässig mit dem abgetöteten Poliovirus per Spritze geimpft, sind also eigentlich geschützt). Ich bin der Impfkampagne gegenüber eher skeptisch eingestellt, da ich einiges nicht verstehe. Warum zum Beispiel werden Erwachsene nicht auch gleich mitgeimpft? Warum ist es besser, wenn all diese per Schluckimpfung geimpften Kinder dann jeweils 6 Wochen lang Viren ausscheiden? Es wird grosses Aufheben um immungeschwächte Personen gemacht, die dann den Kontakt mit den betreffenden Kindern 6 Wochen lang meiden sollen – und dies jetzt, wo die Feiertage und damit die hohe Zeit der Familienfeste vor der Tür stehen… Auch ist der Impfstoff nicht derjenige, der jahrelang verabreicht wurde – und er scheint auch nicht so genau getestet worden zu sein. Der langen Rede kurzer Sinn: Bisher habe ich meine Kinder nicht geimpft (mit der Schluckimpfung, versteht sich, denn die Spritzen haben sie beide zum vorgesehenen Zeitpunkt gekriegt). Ich beobachte die Situation und warte noch etwas ab.

Zur Panik: Eigentlich ist Panik ein etwas zu starker Ausdruck, aber „Angst“ oder „Bedenken“ passten vom Anfangsbuchstaben her nicht in den Titel hinein. Die Bedenken beziehen sich auf die aktuelle Situation in Syrien. Momentan scheint klar zu sein, dass die USA angreifen. Die Frage ist, wann und wo. Daraus ergibt sich die Frage, ob Syrien tatsächlich wie angedroht daraufhin Israel angreifen wird. Wenn ja, wann? Und wo? Mit welchen Waffen? Konventionell oder chemisch? Es macht sich eine allgemeine Unruhe breit, die Leute reden über mögliche Konsequenzen, holen sich Gasmasken (ich muss die der Kinder noch austauschen gegen neue) und stehen dabei stundenlang Schlange. Man sitzt auf einem Pulverfass und weiss nicht, wann es hochgeht. Ich höre momentan fast stündlich Nachrichten, um auf dem neuesten Stand der Dinge zu sein, versuche aber gleichzeitig, möglichst ruhig zu bleiben. Ein Seiltanz.

Zum Picknick: Gestern hatte ich keine Lust zu kochen. Also warf ich ein paar Würste in die Pfanne und servierte dazu Baguette. Geschnittenes Gemüse, Salate (sprich: Humus, Auberginen pikant, gebratene Paprika – bzw für Schweizer: Peperoni), Wasser zum Trinken, fertig. Mein Sohn stellte noch Früchte als Nachtisch hin. Das Ganze wurde natürlich stilecht auf einer Decke am Boden serviert, wegen der Hitze und Feuchtigkeit nicht im Garten, sondern im klimatisierten Wohnzimmer. Die Kinder waren begeistert.

Guten Appetit

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