Winter in Israel

Heute ist seit letztem Mittwoch der erste Tag, an dem die Sonne scheint. Der Himmel ist strahlend blau und wolkenlos – und das Thermometer zeigte um halb acht Uhr morgens stolze 4 (in Worten: vier) Grad Celsius an.

Wir haben einen schlimmen Wintersturm hinter uns. Hier bei uns regnete und hagelte es im Wechsel (die Hagelkörner hatten etwa die Grösse einer Kichererbse), dazu kam starker Wind. In Jerusalem und anderen hoch gelegenen Regionen fiel Schnee, viel Schnee – Jerusalem hatte um die 70 cm. Das legte das ganze Leben lahm: Die Schulen wurden geschlossen, öffentliche Verkehrsmittel stellten den Betrieb ein, private Fahrzeuge blieben schlicht und einfach stecken. Winterreifen sind hierzulande unbekannt. Der Schnee – oder in unserer Gegend der Regen – führte immer wieder zu Stromausfällen. Übers Wochenende waren etwa 35 000 Haushalte ohne Strom. Das bedeutet: ohne Heizung, ohne Wasserkocher, ohne Backofen, ohne Licht. Wer nicht religiös ist, kann auf dem Gasherd wenigstens etwas wärmen oder Wasser kochen. Bei uns waren es eher kurze, aber nervige Stromunterbrüche von weniger als einer Minute jeweils, aber in rascher Serie aufeinander folgend.

Unser Haus hielt sich eigentlich recht gut: Nur in einem Zimmer lief das Wasser durch eine undichte Stelle direkt herein. Wir legten etliche Scheuerlappen und Frotteetücher aus, die spätestens nach einigen Stunden jeweils tropfnass waren. Und die Riesenmenge an Regen, die auf unserer Terrasse durch das nicht für solche Mengen geschaffene Abflussrohr nicht genug schnell ablaufen konnte, flutete uns am Mittwoch das gesamte obere Stockwerk…

In Jerusalem und einigen anderen Orten bleiben die Schulen auch heute noch geschlossen. Die Strasse nach Jerusalem ist vorläufig erst fuer den öffentlichen Verkehr geöffnet… Artikel dazu gibt’s hier, hier und hier.

Wir haben den Hasen (entschuldigung: das Kaninchen) kurzerhand in die Waschküche umquartiert, denn der Garten war nicht nur zu kalt, sondern auch grösstenteils überschwemmt. Die Katzen erhielten auch freien Zugang zur Waschküche, sodass sie vor dem schlimmsten Wetter Unterschlupf suchen konnten. Unseren Mangobaum haben wir warm eingepackt, da für die Nacht Eis und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angesagt wurden.

Mangobaum, verpackt

Tatsächlich war die Windschutzscheibe des Autos heute morgen vereist. Und der Atem steht als weisse Wolke in der Luft. Ich brachte die Kinder motorisiert zur Schule, und als ich heimkam, schoss ich einige Bilder vom Garten nach dem Sturm.

Der dampfende Baum:

dampfender Baum

Blumentopf unter Wasser:

Spiegelbild

Ein Überlebender:

Schnecke

Lichtspiele:

Tropfen

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Eine Antwort zu Winter in Israel

  1. Wolfram schreibt:

    Hier in der Saintonge sah es im Dezember ähnlich aus…
    aber die Hagelkörner im Juni waren deutlich größer. Kichererbsen fielen neulich, aber machen wenig Schaden.

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