Erinnerungen an Papa

In den letzten Jahren habe ich begonnen, Erinnerungen an meinen verstorbenen Papa niederzuschreiben. Nicht chronologisch, einfach so, wie sie mir gerade einfallen. Dabei habe ich gemerkt, dass vieles erst richtig „abgelegt“ ist, wenn es in schriftlicher Form existiert. Dadurch entsteht Platz fuer neue Erinnerungen, die dann wiederum im Buch festgehalten werden und neuen Platz schaffen… und gerne blaettere ich immer wieder mal in diesem Schatz von Erinnerungen und Erlebnissen  herum, den ich uebrigens auch mit alten Fotos (die man manchmal so beim Aufraeumen findet) ergaenze.

 

Eine meiner Erinnerungen an Papa moechte ich heute mit dir teilen:

Wir setzten jeweils „Algenwasser“ an. Das ging folgendermassen: Man nehme ein grosses (Konfitueren-)Glas, gebe Gras, Laub oder aehnliches dazu und fuelle das Ganze mit Leitungswasser auf. Dann verschliesse man das Glas (muss nicht luftdicht sein) und lasse es einige Tage lang stehen. Danach  nimmt man eine Wasserprobe oder ein Stueck Gras/Blatt/Alge aus dem Gefaess und legt sie auf einem Objekttraeger unter das Mikroskop. Eine voellig neue Welt tut sich auf!

Wir haben vieles zusammen gesehen: Pantoffeltierchen, Kieselalgen, Wasserfloehe, ja sogar Amoeben (daran erinnere ich mich gut, denn ich habe meinem damaligen Lehrer in der ersten Klasse davon ein Bild gemalt). Ich war von der Materie so begeistert, dass ich sogar meine Biologie-Patentarbeit ueber „das Leben im Wassertropfen“ geschrieben habe. Dabei hat Papa mir auch noch beigebracht, wie man durch das Mikroskop fotografiert; der schoenste Fund war ein Glockentierchen.

Glockentierchen

Jetzt ist es bereits 15 Jahre her, seit Papa gestorben ist – und ich vermisse ihn. Manchmal mehr, manchmal weniger, aber doch immer. Es gibt so vieles, was er nicht mehr erleben durfte: Meine Hochzeit, meine Kinder, mein neu entdecktes altes Hobby Fotografie, das ich durch ihn ueberhaupt erst erwarb…

Papa, du bleibst unvergessen!

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2 Antworten zu Erinnerungen an Papa

  1. David schreibt:

    Um gute Menschen, die früh gehen, ist es immer schade.
    In uns leben sie weiter.

  2. michu schreibt:

    das geht mir bei meinen Eltern genau gleich….

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