Putzen fuer Pessach – und die Vorfreude

Wenn man momentan unser Haus betritt, koennte man meinen, wir wuerden in Kuerze umziehen. Dem ist aber nicht so – wir sind nur mitten drin in den Vorbereitungen fuer Pessach. Dieses siebentaegige (ausserhalb Israels: achttaegige) Fest erinnert uns an den Auszug aus Aegypten. In dieser Zeit essen wir nichts Gesaeuertes (Chametz). Dazu zaehlen alle Produkte aus Getreide, die nach Kontakt mit Wasser mehr als 18 Minuten ungebacken bleiben sowie alle Produkte (Speisen und Getraenke), die aus Getreide hergestellt sind oder Getreide enthalten. Man darf Chametz an Pessach nicht verwenden und auch nicht besitzen.

Deshalb putze ich das Haus gruendlich. Kein essbares Chametz darf mehr zu finden sein. Ich bin dieses Jahr recht stressfrei durchgekommen. Jeden Tag war ein anderes Zimmer dran, komplett, inklusive Buecherregale (ich weiss, da ist kein Chametz, wir essen ja nicht im Regal, aber es ist durchaus staubig, und Putzen ist befriedigend, wenn man sieht, dass man effektiv Dreck wegmacht und nicht nur imaginaeren Staub wischt). Auf die Fenster verzichte ich dieses Jahr vor Pessach – normalerweise regnet es naemlich nochmals ein wenig, genau so viel, wie es braucht, um allen Staub aus der Luft an die frisch polierten Fenster zu pappen. Da warte ich lieber noch ein wenig… Staub ist ja auch nicht Chametz, siehe oben. So arbeite ich mich durch alle Raeume und bin jetzt, als Schlusspunkt, in der Kueche angelangt. Dort werden alle Schraenke ausgeraeumt, geputzt und wieder eingeraeumt. Einen Teil des Alltagsgeschirrs lagere ich ein, da wir fuer Pessach separates Geschirr benutzen, das nach Pessach wieder in seinen Kartons und Kisten verschwindet bis zum naechsten Jahr. Die Esswaren, die wir noch verbrauchen muessen/wollen/koennen, lagern in Kartonkisten, da die Vorratsschraenke bereits pessachfertig sind. Deshalb ist es an bestimmten Orten im Haus etwas weniger ordentlich als sonst, aber es wird besser.

Wir freuen uns auf die Matzot, die ungesaeuerten Brote, die wir die ganze Woche lang anstelle normalen Brotes essen werden. Uns schmecken sie, auch wenn sich viele andere ueber diese „Esskartons“ beschweren.

Natuerlich wird auch in der Schule ueber Pessach gesprochen, gelernt, gezeichnet, gespielt. Die Klasse meiner Tochter hatte einen „Auszug aus Aegypten, komplett mit Tuniken und Wanderstoecken und Moshe (Mose), der sie ins gelobte Land fuehrte. Dort gab es dann verschiedene Posten: Die Kinder buken Pitot (Fladenbrote) ueber offenem Feuer, bauten Zelte, gestalteten die Gesetzestafeln und einen Weinkelch und tranken frisch zubereiteten Kraeutertee. Tochterkind hat den Auszug aus Aegypten ausserdem noch kuenstlerisch umgesetzt – die Israeliten ziehen durchs Schilfmeer.

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