Rechtschreibung auf israelisch

Hebraeisch ist eine phonetische Sprache. Ein Wort wird so ausgesprochen, wie es geschrieben wird. Relativ einfach, nicht? Die Schwierigkeit beim Schreiben besteht darin, den Unterschied zwischen Aleph und Ayin sowie zwischen Chet und Chaf oder zwischen Tet und Tav zu erkennen. Fuer Tet/Tav habe ich keine Tipps (ausser den, dass bei Fremdwoertern Tav zur Umschreibung von „th“ verwendet wird. Den Rest muss man pauken). Fuer Chet/Chaf und Aleph/Ayin hilft es ungemein, den Umgang mit sephardischen – vor allem maghrebinischen – Juden zu pflegen. Bei ihnen hoert man naemlich (jedenfalls bei der aelteren Generation) diese Unterschiede deutlich in der Aussprache. Das Lesen hingegen ist wieder etwas ganz anderes, da nur die Konsonanten geschrieben werden und daher ein und dieselbe Buchstabenkombination je nach Vokalen ein anderes Wort sein kann. Lustig, vor allem, wenn man das Wort nicht kennt!

So weit, so gut. In Israel werden aber Schilder wie Strassennamen oder Wegweiser ausser Hebraeisch auch Arabisch und Englisch angeschrieben. Wie richtig das Arabisch ist, kann ich nicht beurteilen, da ich dieser Sprache (noch) nicht maechtig bin, aber beim Englisch rollen sich  mir manchmal die Zehennaegel hoch. Unter umstaenden findet man auch mehrere verschiedene Schreibweisen fuer denselben Ort. Ashquelon oder Ashqlon(Ashkelon), Quiryat Gat (Kiryat Gat), Sun Diego Street (San Diego ist spanisch, schon mal gehoert?), Iron (nein, nicht Eisen – das Ding heisst [i-ron], sorgt bei mir jedoch immer fuer Verwirrung, besonders, wenn da steht „Iron Police“), ueber Wiseman (Weizmann) habe ich bereits mal gebloggt, und Herzl dreht sich wohl im Grab um ob all der Varianten, die fuer seinen Namen erfunden wurden – Herzel, Hertzel, Hertzl, um nur einige zu nennen. Das stoert die Uebersetzerin in mir unheimlich, zumal wenigstens die Familiennamen sehr leicht googlebar waeren und von dort nur abgeschrieben werden koennten.

Von den Vornamen ganz zu schweigen. Es gibt einen Trend, auslaendische Namen zu vergeben und diese rueckzutranskribieren. Da kommen dann Sachen heraus wie Adel (Adele), Nikol (Nicole), Natali (Natalie), …

Die Stilblueten in englischen Speisekarten wuerden ein ganzes Buch fuellen. Zum Glueck ist mein Hebraeisch inzwischen gut genug, um nicht mehr auf dieses Hilfsmittel angewiesen zu sein – man weiss naemlich sonst manchmal wirklich nicht, was man jetzt bestellt hat.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Israel, Sprache veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Rechtschreibung auf israelisch

  1. Viviane schreibt:

    Lustig ist auch, wenn ein englisches Wort plötzlich unverständlich wird. Oder schon mal was von Pop Koren gehört?

  2. Nepumuk schreibt:

    …bitte mehr…. Wir kringeln uns hier vor lachen😂. Wann haben wir mal wieder ein Randevu?☺️

  3. David schreibt:

    Alex & Roni חטיבת אלכסנדרוני או

    😀

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s