Ich und mein innerer Schweinehund

Ich muss will wieder sportlicher werden. Jetzt. Nicht morgen oder nächstes Jahr, sondern gleich jetzt.

Im Geiste sehe ich den geneigten Leser (das weibliche Geschlecht ist selbstverständlich mitgemeint) die Hand zum Kopf heben und denselbigen kratzen. Wieder sportlich? Wann, bitte, war denn die Schreiberin dieses Blogs sportlich?

Es mag durchaus stimmen, dass du mich als unsportlich in Erinnerung hast. In meiner gesamten Schulkarriere schrammten meine Noten im Sport immer knapp am „Genügend“ vorbei. Von unten, versteht sich. Geräteturnen war der absolute Horror: Reck „konnte“ ich mit zwei beherzten Helferinnen, die mich beliebig um die gehasste Stange wickelten, Stufenbarren wagte ich allein, ebenso die Bodenübung. Das war jeweils im Winter. Im Sommer war’s keinen Deut besser: Hürdenlauf, Weit- und Hochsprung, Kugelstossen, Speerwerfen, … alles gar nicht meins. Punkten konnte ich höchstens im Handball (da stand ich jeweils im Tor, weil man da nicht so viel rumrennen muss – allerdings war ich gar nicht sooo schlecht als Torwartin) oder beim Erklären der Technik diversester Disziplinen (in der Theorie wusste ich genau, wie man es machen müsste, dass es klappt, bloss in der Praxis haperte es). Die einzige gute Note erhielt ich für einen selbst choreografierten Tanz, denn da lag meine Stärke. Allerdings war ich G-tt sei Dank in allen anderen Fächern so gut, dass mir auch eine ungenügende Turnnote im Abschlusszeugnis des Seminars keine Bauchschmerzen bereitete.

So richtig sportlich wurde ich erst in Studentenzeiten. Gleich neben der DOZ (damaliger Standort in Oerlikon) befand sich ein Fitnesscenter, wohin mich eine Freundin mal probehalber mitschleppte. Es gefiel mir und ich blieb. In Spitzenzeiten war ich täglich dort anzutreffen, vor oder nach dem Unterricht, gerne auch in den Freistunden. Step-Aerobic, Body Pump, Bauch-Beine-Po, danach noch ein wenig auf den Stepper oder aufs Laufband… Auspowern war angesagt.

Auch nach der Auswanderung war ich noch recht aktiv. Der beste Ehemann von allen und ich gingen mindestens dreimal die Woche tanzen, so von 20-24 Uhr. Das hielt recht fit.

Dann kamen die Kinder, und die Zeit wurde knapp. Ich wurde bequemer, bewegte mich weniger… aber jetzt ist genug. Jetzt wird wieder gefittet.

Ich habe angefangen, abends auf unserer praktischen Stufe zwischen Wohnzimmer und Treppenhaus Step-Aerobic in Eigenregie zu machen. Es tut gut! Zusätzlich halte ich morgens auf dem Rückweg von der Schule der Kinder (den Weg legen wir übrigens per Fahrrad zurück) bei den netten öffentlichen Sportgeräten an, die da praktischerweise rumstehen, und mache Training für den Oberkörper. Auch das tut gut. Und ich bilde mir ein, jetzt, nach ein paar Wochen, schon einen Unterschied in der Bemuskelung zu sehen – das tut sehr gut.

Und der innere Schweinehund? Der wird langsam stiller, zum Glück.

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Eine Antwort zu Ich und mein innerer Schweinehund

  1. Nepumuk schreibt:

    Hut ab, kann ich da nur sagen!🎩

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