Der israelische Winter

Er ist zum Glueck nur kurz, der israelische Winter. Aber wenn er mal da ist, mag ich ihn nicht besonders. Jedenfalls nicht, wenn ich aufstehen oder sogar ausser Haus gehen muss. Am liebsten verkrieche ich mich an richtigen israelischen Wintertagen im Bett, mit einem guten Buch und einem Kirschkernkissen.

Du lachst? Ja, ich komme aus der Schweiz, und ja, dort ist es im Winter deutlich kaelter als hier – aber dort sind die Haeuser auch deutlich besser isoliert und deutlich besser geheizt. Und die Kaelte ist irgendwie trockener. Die nasse Kaelte des israelischen Winters kriecht mir in die Knochen, dringt durch saemtliche Kleidungsschichten, kuehlt das Haus restlos aus und ist schlicht und ergreifend extrem ungemuetlich, unfreundlich und unangenehm.

Diese Woche scheint der israelische Winter Einzug gehalten zu haben. Es regnet praktisch ununterbrochen, dazu gewittert und stuermt es zwischendurch. Hier einige Impressionen:

Regen 1Regen 2

Regen 3

 

Der israelische Winter hat Nachteile:

– Die Waesche trocknet nicht (oder nur im Hausinnern und braucht auch dort zwei oder mehr Tage dafuer)

– Es regnet ins Haus (bei uns regelmaessig an einem bestimmten Fenster und wahlweise an ueberraschenden anderen Stellen…)

– Die Strassen gleichen Flusslaeufen (das Abflussystem ist schrecklich ueberfordert mit solchen Wassermengen)

– Die Verkehrsampeln spinnen und verursachen Staus

– Es gibt noch mehr Verkehrsunfaelle als normalerweise

– Der Zug faehrt nur mit Verspaetung oder manchmal auch gar nicht

– Durch die Stuerme fallen manchmal Baeume auf Autos oder Strommasten kippen um

– Unser Haus, das im Sommer super ist, weil es die Kuehle drin behaelt, behaelt leider im Winter auch die Kaelte drin. Heizen geht mit der Klimaanlage mehr schlecht als recht – aber fuer knapp drei Monate pro Jahr lohnt sich ein anderes System nicht wirklich. Zumal der israelische Winter keinesfalls durchgehend drei Monate dauert.

– Viele Kinder gehen nicht zur Schule, weil die Eltern ihnen nicht zumuten wollen, einige Meter durch den Regen vom Auto zum Schultor zu gehen (manchmal habe ich das Gefuehl, der Durchschnittsisraeli loese sich wohl im Regen auf, denn man sieht niemanden auf der Strasse, jedenfalls keine Fussgaenger.)

– Patienten gehen bei schlechtem Wetter weder zum Arzttermin noch erscheinen sie zur Physiotherapie (oder zu anderen Terminen)

– Man friert die meiste Zeit (dagegen gibt’s Tigerfinken🙂

Tigerfinken

ABER: Das Land braucht dringend Wasser. Und so freut mich sehr, zu hoeren, dass der Pegel der Kinneret (See Genezareth) seit Beginn des Regens bereits um 3,5 cm gestiegen ist!

 

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