Wie eine Seifenoper

In der Grundschule geht es heutzutage zu wie in einer Seifenoper (neudeutsch auch Telenovela genannt…) Ich kann mich nicht erinnern, dass es zu unseren Zeiten schon so war. Klar, ich war total verknallt unsterblich verliebt in einen der Jungs aus meiner Klasse, waere aber wohl lieber gestorben, als ihm das ins Gesicht zu sagen. Dafuer habe ich heimlich nachmittageweise Herzchen in verschiedenen Groessen und Farben gezeichnet und dazu seinen Namen geschrieben. Und meinen dazu. Manchmal auch noch ein Herz drumrum. Und dann natuerlich auch ausprobiert, wie mein Vorname zu seinem Nachnamen passt. Mehr war da nicht. Doch: Herzschmerz, als sich besagter Junge mit einem Maedchen aus unserer Klasse verbandelte…

Heute scheint das anders zu sein. In Tochterkinds Klasse koennte man aus all den Stories schon fast eine Serie drehen. So sieht das dann aus:

Marianne (alle Namen geaendert) fragt Norbert, ob er gern ihr Freund waere. Der sagt glueckstrahlend zu, was allerdings Anna veraergert. Diese ist naemlich seit Sandkastenzeiten mit Norbert befreundet, wurde allerdings nie als seine „offizielle“ Freundin betitelt. Anna schmollt also so vor sich hin.

Gertrud bricht sich den Arm, worauf Norbert sich sehr um sie bemueht. Er hilft ihr beim Abschreiben und beim Tragen ihres Schulranzens. Schliesslich wird das Marianne zuviel – sie trennt sich von Norbert.

Anna wird in der Zwischenzeit von Claus „angefragt“ und sagt zu. Gleichzeitig behauptet jedoch Jan, auch er habe Anna angefragt und sie habe auch ihm „ja“ gesagt. Anna selber will davon nichts gehoert haben. Sie ist die Freundin von Claus, Punkt. Aber in der Klasse wird gemunkelt, Anna, Claus und Jan haetten einen „Ménage à trois“, denn Jan sieht sich durchaus auch als Annas Freund.

Marianne ist inzwischen mit Otto zusammen, und Norbert sieht sich nach neuen Gelegenheiten um…

Fast wie eine Seifenoper, nicht? Man bedenke: Die Kinder sind grade mal in der 4. Klasse, also so um die 10-11 Jahre alt! Es verspricht, spannend zu bleiben 🙂

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Eine Antwort zu Wie eine Seifenoper

  1. vered schreibt:

    Ändern sich nun die Zeiten oder nicht? Also ich war schon 14, oder fast 15, als ich ins Herzchen-Ausmalstadium kam. Und niemand, niemand durfte davon wissen, die Eltern am allerwenigsten. Also Seifenoper fand nicht statt, aber herzbrechend war es doch. Ein soo schöner Junge, aber ach – katholisch!

    Doch noch früher war man noch älter beim ersten „Roman“. Beim Lesen deines Seifenoper-Histörchens summte irgend was in meinem Kopf, wie war das schon? . Ah, Schumann

    Ein Jüngling liebt ein Mädchen
    Heinrich Heine, 1827

    Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
    Die hat einen andern erwählt;
    Der andre liebt eine andre,
    Und hat sich mit dieser vermählt.

    Das Mädchen nimmt aus Ärger
    Den ersten besten Mann,
    Der ihr in den Weg gelaufen;
    Der Jüngling ist übel dran.

    Es ist eine alte Geschichte,
    Doch bleibt sie immer neu;
    Und wem sie just passieret,
    Dem bricht das Herz entzwei.

    Also, eine alte Geschichte, nur passiert sie halt immer früher… Oder? Meine Tante, Kindergärtnerin erzählte von ähnlichen Dramen im Kindergarten ,,,

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