Intensivpflege fuer die Katz‘

Wer Haustiere in irgendeiner Form haelt, kennt das sicher aus eigener Erfahrung: Immer mal wieder get es einem oder mehreren Lieblingen nicht so gut, und dann stresst das einen furchtbar, bis alles wieder gut ist. Und die Pflege eines kranken Haustieres kann recht aufwendig sein…

Am letzten Freitag jedenfalls komme ich in den Garten und sehe unser neues, zugelaufenes Katzentier flach auf der Seite liegen, alle Viere von sich gestreckt. Das tun die Katzen hier eigentlich nur, wenn es weit ueber 30 Grad im Schatten hat – oder aber, wenn sie im Sterben liegen. Der Anblick erschreckt mich also ziemlich. Dann sehe ich, dass die Augen von „Ottokar“ (so heisst der Kater naemlich seit neuestem) blicklos ins Leere starren. Und ich sehe auch, dass er erbrochen hat und seltsamen Durchfall hatte…

Also habe ich den Tierarzt meines Vertrauens angerufen. Ottokar hat auch einen kleinen Nabelbruch und ich wollte wissen, ob diese Szmptome etwas damit zu tun haben koennten. Nein, hiess es, das habe auf keinen Fall einen Zusammenhang. Was ich tun koenne? Versuchen, die Katze moeglichst nicht austrocknen zu lassen – sprich: Fluessigkeit einfloessen.

Ich habe von Tom her noch Baby-Pulvermilch im Schrank. Also begann ich, diese Ottokar sorgfaeltig und vorsichtig ins Maul zu traeufeln. Ottokar schluckt zwar, aber eher muehsam und widerwillig. Ansonsten ist er total schlapp bzw schon fast steif. Die Augen sind immer noch blicklos und dazu schnurrt er, was das Zeug haelt. (Schnurren ist bei Katzen nicht nur Ausdruck der Zufriedenheit – es dient auch der Selbstberuhigung. Verletzte und sogar sterbende Katzen schnurren auch, obwohl es ihnen alles andere als gut geht…)

Wie ich so paeppele, sehe ich ploetzlich, dass auch Tom (unsere Flaschenkatze) teilnahmslos daliegt – allerdings auf dem Bauch und nicht auf der Seite. Also kriegt er auch Milch – selbstverstaendlich aus einer anderen Spritze.

So geht es etwa zwei Stunden lang weiter. Langsam beginnt sich Tom zu erholen: Er faengt an, sich gegen die Zwangsernaehrung zu wehren. Ein gutes Zeichen! Danach schlaeft er zusammengerollt in einem leeren Putzeimer, waehrend Ottokar noch immer auf der Seite in seiner Kiste liegt…

Ich troepfle weiterhin Milch in zwei Schnaeuzchen. Und als ich nach etwa drei Stunden wieder das „Krankenzimmer“ betrete (unsere Waschkueche wurde kurzfristig umfunktioniert), laeuft mir Tom entgegen. Wackelig zwar, aber er laeuft. Und er kommt sogar von sich aus zum Fressen und FRISST! Freude herrscht – Tom scheint ueber den Berg zu sein.

Etwa um 21 Uhr abends hebt auch Ottokar den Kopf, als ich zu ihm komme. Er hat sich auf den Bauch gedreht und schaut mich an. Die Augen fokussieren, sind endlich nicht mehr so starr in die Ferne gerichtet… und er wehrt sich gegen die Milch! Auch er beginnt wenig spaeter wieder zu fressen, und am naechsten Morgen sind alle beide wieder voellig wohlauf.

Mir faellt ein Stein vom Herzen. Ich hatte naemlich schon Angst, ich muesse nach dem Hasen gleich noch zwei Haustiere begraben…

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