Achtung – Gefahr!

Ich halte mich selbst fuer eine eher entspannte Mama. Meine Kinder durften schon frueh klettern, schaukeln (auch stehend!), Sachen ausprobieren – ohne, dass ich wie ein Helikopter dauernd darueber/dahinter stand und auf sie aufpasste. Hin und wieder fielen sie hin oder um, ja, aber dann standen sie wieder auf und begannen von vorn. Ernsthafte Unfaelle hatten wir bisher G-tt sei Dank noch nie.

Es gibt jedoch eine Umgebung, in der ich deutlich unentspannter bin: Am und im Wasser. Ich bestehe darauf, meine Kinder im Schwimmbad (oder am Meer) staendig im Blickfeld und in schnell erreichbarer Naehe zu haben. Und es hat ernsthafte Konsequenzen, wenn sich die Kids nicht an die vorher aufgestellten Regeln halten.

Warum? Weil im Wasser Gefahr lauert. Nein, nicht Haifische oder Quallen (Quallen gibt’s hier im Sommer viele, aber davor fuerchte ich mich nicht so sehr). Die Gefahr heisst ERTRINKEN.

Das Problem beim Ertrinken ist, dass es lautlos und schnell ablaeuft. Bis man merkt, dass jemand ertrinkt, ist es meist schon zu spaet. Denn ein Ertrinkender ruft nicht um Hilfe. Er hat keine Luft zum Schreien uebrig. Er winkt auch nicht mit den Armen. Fernsehen und Kino haben uns in dieser Hinsicht jahrzehntelang ein voellig falsches Bild, eine komplett falsche Vorstellung uebermittelt. Ertrinken passiert lautlos. Hier die wichtigsten Anzeichen:

1. In den meisten Fällen sind ertrinkende Menschen physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Da das Atmungssystem auf das Atmen ausgelegt ist und die Sprache die zweite/überlagerte Funktion darstellt, muss zunächst die Atmung sichergestellt werden, bevor die Sprachfunktion stattfinden kann.
2. Da sich der Mund beim Ertrinken unter der Wasseroberfläche befindet und nur kurzzeitig wieder aus dem Wasser auftaucht, ist die Zeit für das Ausatmen, Einatmen und für einen Hilferuf zu kurz. Sobald sich der Mund einer ertrinkenden Person über der Wasseroberfläche befindet, wird schnell ausgeatmet und wieder eingeatmet, bevor der Kopf wieder unter Wasser abtaucht.
3. Ein Herbeiwinken ist nicht möglich. Die Arme werden instinktiv seitlich ausgestreckt und von oben auf die Wasseroberfläche gedrückt. Diese Schutzfunktion soll den Körper über der Wasseroberfläche halten, um weiter Atmen zu können.
4. Eine bewusste Steuerung der Arme ist bei einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken nicht möglich. Ertrinkende Menschen sind aus physiologischer Sicht nicht dazu fähig, das Ertrinken durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abzuwenden. Ein Winken nach Hilfe ist also nicht möglich.
5. Während der Dauer des Ertrinkens befindet sich der Körper aufrecht im Wasser. In der Regel können sich Ertrinkende nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bevor sie untergehen. Nicht viel Zeit für einen Rettungsschwimmer.
Selbstverständlich befindet sich eine Person, die schreiend und winkend um Hilfe ruft, in einer ernsthaften Situation. Anders als beim tatsächlichen Ertrinken, können sich die betroffenen Personen an Ihrer eigenen Rettung beteiligen und z. B. nach Rettungsleinen oder -ringen greifen. Dieser Zustand wird als Wassernotsituation bezeichnet. Eine Wassernotsituation muss nicht zwangsläufig vor einer instinktiven Reaktion auf das Ertrinken auftreten.

Weitere wichtige Anzeichen des Ertrinkens

Sie sollten unbedingt auf folgende Anzeichen des Ertrinkens achten:
* Der Kopf ist nach hinten geneigt und unter Wasser. Der Mund befindet sich auf einer Höhe mit der Wasseroberfläche.
* Die Augen sind glasig und leer.
* Die Augen sind geschlossen.
* Die Haare hängen vor Stirn und/oder den Augen.
* Der Körper befindet sich vertikal im Wasser.
* Der Ertrinkende beschleunigt die Atmung und kämpft nach Luft.
* Die betroffene Person unternimmt den Versuch zu schwimmen, kommt aber nicht voran.
* Es wird versucht sich auf den Rücken zu drehen.
Sollte also ein Rettungsschwimmer plötzlich ins Wasser laufen und es sieht für Sie so aus, als wäre alles in Ordnung, dann täuschen Sie sich nicht. Der einfachste Hinweis des Ertrinkens wirkt nicht immer so, als würde jemand ertrinken. Seien Sie also vorsichtig.

Wenn Sie sicher gehen wollen, dann fragen Sie die betreffende Person: “Geht es Dir gut? Brauchst Du Hilfe?”. Erhalten Sie eine Antwort, dann scheint es der Person wirklich gut zu gehen. Wenn nicht, dann bleiben Ihnen nur wenige Sekunden, um ihn/sie zu retten.
Und noch ein Hinweis für alle Eltern: Kinder, die im Wasser spielen, sind laut und machen Lärm. Sollte es still werden, dann sollten Sie nachschauen, weshalb.

Den obenstehenden Text habe ich von hier. Es lohnt sich, den ganzen Text durchzulesen.

Ich wuensche allen einen frohen, unfallfreien Badesommer!

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