Ein Jahr danach

Es ist Sommer. Es ist heiss. Es ist feucht. Die Schule ist geschlossen, die Kinder (und die Lehrer) haben Ferien. Die ganze Familie ist zusammen, wir haben Zeit fuer gemeinsame Unternehmungen.

Alles ganz normal, nicht wahr? Ja – aber letztes Jahr, genau vor einem Jahr, war es anders. Es war heiss. Es war feucht. Die Schule war geschlossen, die Kinder (und die Lehrer) hatten Ferien. Die ganze Familie war zusammen und hatte Zeit fuer gemeinsame Unternehmungen. Bloss konnte man die dann nicht wirklich umsetzen, es sei denn, sie waren nahe am Haus (sprich: allerhoechstens im eigenen Garten). Weiter traute man sich nicht vom Schutzraum weg, denn in maximal 45 Sekunden musste man drin sein koennen. Bei jedem Alarm. Und es gab oft Alarm. Die Kinder waren fuer die Nacht jeweils gleich im Schutzraum einquartiert, damit sie nicht rennen mussten (und damit wir Eltern weniger Stress hatten).

Genau vor einem Jahr fand die Operation Protective Edge statt. Wir erinnern uns der Gefallenen, die eine grosse Luecke in ihrer Familie, in ihrem Freundeskreis  hinterlassen haben. Wir erinnern uns an die Zeit der Unsicherheit, der Angst, des Stresses. Wir erinnern uns an einen Sommer, der keiner war – jedenfalls gefuehlt nicht.

Und wir sind froh, dass dieser Sommer bisher (wenigstens meistens) ruhig ist.

Hier noch eine interessante Animation einiger Angriffe, die von der Armee in Gaza geflogen wurden. Du kannst selber entscheiden, ob du die jeweilige Aktion aufgrund der dir bekannten Gegebenheiten durchfuehrst oder abbrichst – und danach wird dir gesagt, wie die Armee gehandelt hat. Wie haettest du entschieden?

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Eine Antwort zu Ein Jahr danach

  1. David schreibt:

    Zu dieser verlinkten Animation: Als humanistisch gebildeter Mitteleuropäer und friedenswilliger Mensch habe ich jeweils den Angriff abgebrochen. Das Ziel, den Gegner auszuschalten, wurde jedesmal nicht erreicht.
    Die israelische Strategie der „Reinheit der Waffen“ wird von den Kriegsgegnern ad absurdum geführt.
    Das dritte Szenario: Die Hamas-Kämpfer verstecken sich in einer Ambulanz. Dies ist eine eindeutige Verletzung der Konventionen und macht die Ambulanz zu einem Ziel, das angegriffen werden darf, nein, angegriffen weden muss.
    Und was passiert im wirklichen Leben? Israel bricht den Angriff an – und wird seit Jahrzehnten von der ganzen Welt an den Pranger gestellt, verurteil und mittlerweile (schon wieder – oder immer noch) boykottiert.
    Der advocatus diaboli flüstert mir folgende Fragen zu:
    Befindet sich Israel im Kriegszustand mit der Hamas, der rechtmässig gewählten Regierung im Gazastreifen oder nicht?
    Wo bleibt die Umsetzung des berühmten „never again“, das alljährlich auf Massada feierlich erklärt wird?
    Hau den ̶l̶̶u̶̶k̶̶a̶̶s̶ ̶g̶̶h̶̶e̶̶t̶̶t̶̶o̶̶j̶̶u̶̶d̶̶e̶̶n̶ Israeli – immer noch das weltweit beliebteste Gesellschaftsspiel?
    Der Krieg der USA gegen Japan wurde durch Krieg sehr schnell beendet. Leider erst unter Einsatz äusserster Mittel – höre ich da „unverhältnissmässig“ aus der Ecke der stets politisch korrekt ̶d̶̶e̶̶n̶̶k̶̶e̶̶n̶̶d̶̶e̶̶n̶ Fühlenden?

    Der Krieg der führenden Weltmacht USA gegen das kleine und kaum industrialisierte Vietnam ging durch Manipulation der öffentlichen Meinung und der „Gutmenschen“ durch Propaganda verloren. Nicht zuletzt am Verhandlungstisch.

    „Mir wird von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.“ Goethe – Faust

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