Fast wie die rote Zora

In meiner spaeten Kindheit/fruehen Jugend waren Buecher wie TKKG oder Die Pizzabande sehr beliebt. Natuerlich hatten alle sie gelesen, und alle traeumten davon, Teil einer solchen Bande zu sein und der Polizei zu helfen.

Daher kam es wohl auch, dass ich mit meinem Bruder zusammen eine eigene Bande gruendete. Sie hatte genau zwei Mitglieder, naemlich ihn und mich. Unsere Hauptaktivitaet bestand darin, in unserem riesigen Garten auf den Baeumen herumzuklettern und eventuelle verdaechtige Verhalten und Unternehmungen unserer erwachsenen Mitbuerger in kleinen Notizbuechern festzuhalten. Ebenso notierten wir liebend gern Autonummern.

Da eine Zweierbande mit der Zeit jedoch etwas (zu) klein ist, beschlossen wir, eine weitere Bande zu gruenden, naemlich die „Flying Arrows“. Unser Symbol waren vier fliegende Pfeile, denn wir hatten vier Mitglieder: Ausser meinem Bruder und mir gehoerten noch die Soehne einer befreundeten Familie dazu. Jeder von uns hatte einen Bandennamen, den wir nur innerhalb der Bande benutzten. Ich hiess Sarita – soweit ich mich erinnern kann, stammt dieser Name aus irgend einer Indiandergeschichte.

Natuerlich hatten wir auch Bandenmaterial. Jedes Mitglied besass eine Tasche, auf deren Vorderseite das Emblem der Flying Arrows prangte.

Tasche

Auf der Rueckseite stand der jeweilige Bandenname, um Verwechslungen auszuschliessen.

Tasche2

In der Tasche befanden sich allerlei fuer Bandenmitglieder lebenswichtige Dinge. In meiner hatte es ausser einem Kompass und einer Sonnenuhr

Sonnenuhr&Kompass

auch zwei Mini-Apotheken (hauptsaechlich mit Pflastern, Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel), einen Notizblock, einen Kugelschreiber, eine Taschenlampe und natuerlich einen kleinen Zettel mit dem Code unserer Geheimschrift.

Geheimschrift

Und jedes Bandenmitglied hatte einen Badge, der bei Bandenaktivitaeten unbedingt zu tragen war. Wieder sah man auf der Vorderseite das Symbol der vier fliegenden Pfeile

Anstecker

und auf der Rueckseite war der Bandnename vermerkt.

Anstecker2

Wie viele Jahre wir diese Bande hatten, weiss ich nicht mehr. Sehr lange kann es wohl nicht gewesen sein, zumal wir die anderen zwei Bandenmitglieder nicht mehr als einige Male pro Jahr sahen – wir lebten nicht in derselben Stadt.

Du fragst, wie ich gerade jetzt auf diese Bandengeschichte zurueckkomme? Das hat gleich zwei Gruende: Zum einen habe ich in den Ferien in der alten Heimat unsere Bandensachen gefunden, zum andern habe ich mit den Kindern gerade „Das rote U“ gelesen…

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