Kein sicherer Ort

Ich habe mich in Israel immer sicher gefuehlt. Nie hatte ich Angst, irgendwo hinzugehen (natuerlich im Rahmen des gesunden Menschenverstandes, nicht leichtsinnig). Das hat sich in den letzten Tagen grundlegend geaendert.

Die Lage hier spitzt sich zu. Sehr sogar. Attentate sind wieder an der Tagesordnung – diesmal (noch) nicht mit Bomben, sondern mit Messern, Schraubenziehern, Steinen. Man ist sich seines Lebens nicht mehr sicher. Man kann keinem mehr trauen – man traut sich nicht mehr, allen zu trauen. Ueberall finden diese Angriffe statt. Sie sind nicht mehr „nur“ auf Jerusalem und Tel Aviv beschraenkt, nein, auch in Ashkelon, Afula, Petah Tikva und andernorts gab es Versetzte und/oder Tote.

Das fuehrt zu einer generellen Unsicherheit. Mit dem Raketen kann ich umgehen, habe ich leben gelernt. Ich bekomme eine Warnung und weiss, was ich zu tun habe. Mit den Attentaten ist es was anderes. Man beobachtet staendig die Umgebung, sucht nach verdaechtigen Anzeichen – und wird sie wahrscheinlich nicht finden, denn der Taeter sieht aus wie der nette Nachbar von nebenan (oder dessen Sohn bzw. Tochter). Israel ist kein sicherer Ort (mehr), jedenfalls nicht im Moment.

P. S. Die westlichen Medien berichten ueberaus sparsam von den Ereignissen der letzten Tage. Neben den verschiedenen Attentaten fielen naemlich auch wieder Raketen im Sueden. Aber das alles ist wohl nicht der Rede wert…

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Eine Antwort zu Kein sicherer Ort

  1. vered schreibt:

    Leider, leider hast du Recht. Aber wen schert das?

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