Von Sorgen und Selbstverteidigung

Eigentlich ist mir gar nicht ums Schreiben momentan. Eigentlich sollte ich schreiben, mag aber nicht ueber das schreiben, was hier gerade so abgeht. Eigentlich sollte ich so vieles berichtigen, das in den westlichen Medien nicht oder nur verzerrt dargestellt wird. Aber es fehlt die Kraft dazu.

Der Alltag zehrt gerade sehr an meiner Energie. Die staendige Anspannung – gab es wieder einen Anschlag? Wo? Wieviele Verletzte? Tote? Die staendige Ungewissheit – passiert es auch bei uns? Wenn ja, wo genau? Die Nachrichten mit den Namen der Getoeteten – und die Nachricht, dass einer der Toten mit dem besten Ehemann von allen frueher in dieselbe Klasse ging. Die staendige Aufmerksamkeit, wenn man sich draussen bewegt, das Misstrauen, das man automatisch jedem Unbekannten entgegenbringt – das alles faellt mir sehr schwer und macht mich unendlich muede und traurig.

Doch dagegen will ich mich wehren. Ich will gewappnet sein, wenn irgend etwas passieren sollte. Wenigstens das Gefuehl haben, etwas tun zu koennen. Da kam mir gerade gelegen, dass unser Wohnort einen kostenlosen Selbstverteidigungskurs (gegen Messerangriffe) anbietet. Natuerlich bin ich hingegangen, die zweite Session findet morgen nachmittag statt. Der Lehrer Miki ist ein Karate– und Martial Arts-Veteran. Er lehrt nicht nur Verteidigungstechniken, sondern auch Verhaltensweisen. Und er zeigt deutlich auf, dass es unter Umstaenden besser ist, sich dem Angreifer zu stellen, als vor ihm wegzulaufen – dann naemlich, wenn er schon zu nahe dran ist und einen auf jeden Fall einholen und verletzen wird. Miki betont auch, dass man praktisch zu 100% irgend eine Verletzung davontragen wird, aber dass dies immer noch besser sei als zu sterben. Wir lernten, uns vor Messerstichen aus allen Richtungen zu schuetzen bzw. uns dagegen zu wehren. und wir lernten auch, wie wir jemandem zu Hilfe kommen koennen, auf den gerade eingestochen wird. Seitdem uebe ich die Bewegungsablaeufe und denke die verschiedenen Szenarien immer und immer wieder durch. Ich hoffe, im Ernstfall richtig und vor allem schnell genug reagieren zu koennen. Und gleichzeitig hoffe und bete ich, das Gelernte niemals anwenden zu muessen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter persoenlich veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s