Ist die Katze aus dem Haus…

… tanzen die Maeuse. So sollte es jedenfalls sein – doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Der beste Ehemann von allen musste gestern mal wieder auf eine zweitaegige Schulaktivitaet. Das bringt sein Beruf so mit sich, und wir haben uns laengst daran gewoehnt. Normalerweise werden diese Tage jeweils zu Highlights fuer die Kinder, mit allerlei Extras, die wir sonst nicht haben/machen.

Das erste Extra klappt noch: Wir gehen zu dritt auswaerts Pizza essen. Das ist auch fuer mich ein Verwoehnprogramm, weil ich dann weder Tisch decken noch kochen noch abwaschen muss. Es ist fuer alle ein Fest.

Der Rest des Nachmittags ist auch noch ganz ok, doch dann kommen die Schwierigkeiten… Eigentlich war geplant, dass beide Kinder bei mit im Bett schlafen. Sie freuen sich schon tagelang darauf und schmieden Plaene, was ich ihnen fuer Geschichten erzaehlen koennten vor dem Einschlafen.

Dann aber kommt Tochterkind verletzt aus dem Judotraining zurueck. Es war ein dummer Unfall, doch ihr linker Fuss schmerzt so stark, dass sie ihn nicht bewegen kann, geschweige denn drauftreten. Was tun? Ich muss den Fuss einem Arzt zeigen, doch um diese Zeit ist nichts mehr offen. Also geht das nur im Krankenhaus, das gut 20 Autominuten von uns entfernt liegt. Da ist aber auch noch mein Sohn, den ich lieber nicht mitnehmen moechte, da es in der Notaufnahme sehr lange dauern kann. Es reicht ja, wenn sich zwei Personen die Nacht um die Ohren schlagen.

Nach einem Telefonanruf ist auch das geregelt: Er kommt bei einem Schulfreund unter und darf dort auch uebernachten. Tochterkind duscht und zieht sich um, da sie so verschwitzt nicht zu einem Arzt will (wo sie das bloss her hat?), und so ist es bereist nach 22 Uhr, als wir im Krankenhaus ankommen.

Die erste Krankenschwester, auf die wir treffen, enttaeuscht mich: Sie nimmt meine Tochter nicht ernst. Tochterkind ist wirklich nicht wehleidig, und wenn sie vor Schmerzen weint, dann tut es WIRKLICH weh. Als sie gefragt wird, wie sehr es auf einer Skala von 1-10 schmerze, sagt sie wahrheitsgemaess 10, worauf die Schwester von oben herab meint, das koenne gar nicht sein, so saehe sie nicht aus.

Irgendwie kommt mir das alles so bekannt vor – mir hat man nicht mal die Geburtswehen geglaubt. Offenbar ist jeder Patient, der sich nicht wimmernd auf dem Boden kruemmt, absolut schmerzfrei. Das macht mich so wuetend! Ich bemerke, das Schmerzempfinden sei etwas sehr individuelles, und nur, weil Tochterkind nicht schreit, heisse das nicht, dass es weniger schmerze. Hoffentlich merkt sie sich das fuers naechste Mal.

Die junge Aerztin, die sich den Fuss als naechstes anschaut, ist dann aber mehr als nett. Sie schickt uns zum Roentgen – und dort heisst es, es sei nichts gebrochen, nur geprellt. Tochterkind solle den Fuss einbinden (tagsueber) und schonen. Kuehlen sei auch gut. Und wenn es zu sehr schmerze, duerfe sie Kruecken benutzen fuer die ersten paar Tage…

Kurz nach Mitternacht sind wir wieder daheim. Sohnemann sei etwa um 23 Uhr eingeschlafen, heisst es von den Freunden. Tochterkind und ich schlafen auch nur mehr schlecht als recht.

Heute kann sie den Fuss immer noch nicht belasten. Bewegen auch nicht. Von weiteren Freunden haben wir tatsaechlich Kruecken ausgeliehen, an denen sie jetzt herumhumpelt. Der Fuss wird im Eiswuerfelbad immer wieder gekuehlt und danach moeglichst hochgelagert – kein einfaches Unterfangen fuer so eine aktive Persoenlichkeit wie meine Tochter. Aber es muss sein, wenn sie schnell genesen will.

Wir beobachten weiter: Sollte der Ist-Zustand bis Freitag anhalten, pilgern wir nochmals zum Arzt. Es gibt ja auch Brueche, die man erst nach einigen Tagen sieht…

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Eine Antwort zu Ist die Katze aus dem Haus…

  1. David schreibt:

    Gueti Besserig!

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