(Auf) Verlorene(m) Post(en)

Die israelische Post ist nicht immer sehr zuverlässig. Aber immer zuverlässig langsam. Sehr langsam sogar. Briefe oder allgemein Post von hier ins Ausland ist viel schneller als umgekehrt, obwohl es die gleiche Strecke ist, die zwischen Ausgangs- und Zielort liegt. Die Post hat sich in den letzten Monaten sehr verteuert – doppelter Preis bei gleichem „Service“.

Den Vogel abgeschossen hat die Post allerdings mit der letzten Sendung. Es war ein Paket aus der Schweiz, abgeschickt am 14. September 2015. So weit, so gut. Ich habe jeweils die Paketnummer, damit ich via Internet die Sendung verfolgen kann (soweit das denn möglich ist. Allzuviele Informationen gibt’s da nämlich auch nicht). Auf der Website sah ich, dass das Paket am 24. September, also 10 Tage später, in Israel angekommen sei und jetzt auf die Freigabe beim Zoll warte. Also wartete ich auch.

Und wartete. Und wartete. Und wartete. Und so weiter und so fort.

Der Status blieb immer gleich. Aha, die Feiertage, dachte ich. Dann: Aha, der Stress nach den Feiertagen. Dachte ich. Und irgendwann hatte ich genug und begann, nach dem Paket zu suchen.

Doch natürlich war nichts und niemand zuständig. Die Post verwies aufs Zollamt, dieses auf die Post. Einige Telefonnummern, die ich bekam, waren schlicht nutzlos, weil sie nur Geschäftsinhabern mit regelmässigem Import offenstehen. Kurz: Es war zum Verzweifeln.

Heute nun startete ich einen letzten Versuch – nachdem ich mental das Paket mit allen sich darin befindenden Sachen schon abgeschrieben hatte. Ich pilgerte also zum unserer lokalen Postfiliale und erkundigte mich freundlich nach dem Verbleib des Paketes. Zuerst die gleichen Antworten wie immer: Da können wir nichts machen, das fällt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich. Schliesslich wurde dann doch noch in den Computer geguckt – und plötzlich ging auf den Gesichtern der beiden Angestellten die Sonne auf.

Das Paket sei da. Ob ich keine Benachrichtigung erhalten habe? Nein, habe ich nicht (und den Briefkasten extra deshalb heute morgen erst geleert, um der Post eine Chance zu geben, die Meldung einzuwerfen).

Ich konnte dann aber elektronisch unterschreiben und das Paket mitnehmen. G-tt sei Dank! Wo es wohl gesteckt hat? Ganze 10 Wochen war es unterwegs… und jetzt ist es endlich da. Juhui!

Die zwei Postangestellten kriegten je einen Berliner, einfach so. Weil sie mir mindestens den Tag gerettet haben.

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