Zwei Morde und eine Hochzeit

Heute ist fuer Sarah Litman (21) ein besonderer Tag. Wie viele junge (und aeltere) Frauen hat sie darauf hingefiebert, sich darauf gefreut, den Freundinnen davon vorgeschwaermt und ihn sich in den tollsten Farben ausgemalt. Sarah Litman feiert heute abend ihre Hochzeit.

Der Tag der Hochzeit ist ein ganz besonders froehlicher Tag fuer eine Braut – doch fuer Sarah ist es gleichzeitig ein unendlich trauriger Tag. Denn ihr Vater, Rabbi Ya’akov Litman (40), und ihr Bruder Netanel (18) werden nicht dabei sein.

Sie koennen nicht an der Hochzeit teilnehmen, weil sie am Freitag, dem 13. November kurz vor Shabbateingang brutal ermordet wurden. Ermordet von einem palaestinensischen Terroristen, der das Auto der Familie Litman unter Beschuss nahm. Im Wagen sassen ausser den beiden Opfern auch  die Mutter und vier weitere Kinder im Alter zwischen 5 und 16 Jahren.  Der Terrorist traf Ya’akov und Netanel in den Oberkoerper und verletzte sie lebensgefaehrlich. Einer von Netanels Bruedern setzte einen Notruf ab. Er sagte, es sei eine Ambulanz des Roten Halbmondes am Tatort vorbeigekommen – doch sie sei weitergefahren, ohne erste Hilfe zu leisten. Als die Ambulanz des Magen David Adom am Tatort eintraf, konnten die Sanitaeter nur noch den Tod der beiden Maenner feststellen. Ein Tod, der moeglicherweise haette verhindert werden koennen, wenn die palaestinensische Ambulanz nach denselben Grundsaetzen gehandelt haette, nach denen die israelische Ambulanz handelt: Jeder Verletzte ist ein Mensch, ungeachtet seiner Religion. Die israelischen Ambulanzen fahren verletzte Terroristen in israelische Krankenhaeuser, wo sie zusammengeflickt und aufgepaeppelt werden. Die palaestinensische Ambulanz kuemmert sich keinen Deut um juedische Verletzte. Das ist der Unterschied.

 

Sarah Litmans Hochzeit haette am 17. November stattfinden sollen. Haette. Juedische Hochzeiten werden nur im absoluten Notfall verschoben, wenn bereits ein Datum festgelegt ist. Ein Todesfall in der engsten Familie ist so ein absoluter Notfall. Sarah musste Shiva fuer ihren Vater und ihren Bruder sitzen, anstatt in einem weissen Kleid zu tanzen und froehlich zu sein. Sie weinte, anstatt zu lachen. All ihre Traeume wurden brutal zerstoert, zerrissen von Kugeln eines feigen Moerders.

 

Sarahs Leben wird nie wieder so sein wie frueher. Sie wurde jaeh aus ihrer Vorfreude gerissen und in tiefste Trauer gestuerzt. Man kann (und will) sich kaum vorstellen, was die junge Frau und ihre Familie durchmachen muss.

Heute abend nun feiert Sarah Litman ihre Hochzeit. Ohne ihren Vater. Ohne ihren Bruder. Aber mit dem ganzen Volk Israel. Sarah und ihr Braeutigam haben alle eingeladen, die kommen koennen und wollen. Das Brautpaar will mit seiner Hochzeit ein Zeichen setzen: Am Israel chai! Das Volk Israel lebt. Es lebt weiter, im Angesicht des Terrors und des immer heftiger aufkommenden Antisemitismus. Es lebt weiter, trotz allem.

Am Israel chai!

 

 

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