Kundendienst. Oder so.

Auf die Gefahr hin, jetzt wie eine Oma zu klingen: Früher war der Service allgemein besser, vor allem in Bekleidungs- und Schuhgeschäften. Kundendienst war noch Dienst am Kunden.

Wie ich auf dieses Thema komme? Ganz einfach: Aus aktuellem Anlass. Am Freitag waren der beste Ehemann von allen und ich einkaufen. Schuhe einkaufen. Nicht für uns, sondern für unsere Nichte. Sie trägt Grösse 40, was die Sache nicht wirklich einfacher macht.

So weit, so gut. Erstes Geschäft. Wir finden im Regal Schuhe, die uns optisch ansprechen. Grösse 38 – natürlich viel zu klein. Also fragen wir die junge Verkäuferin, die gelangweilt herumsteht, ob sie uns bitte die passende Grösse aus dem Lager besorgen könnte. Das tut sie, allerdings wenig begeistert. Sie bleibt auch nicht in unserer Nähe, sondern telefoniert lautstark (privat) am Handy. Da muss man zuerst ziemlich laut rufen, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, als auch dieses Paar nicht gut passt. Sie holt noch ein anderes Modell aus dem Lager, aber wir haben den Eindruck, dass wir sie eher stören. Da uns die Schuhe am Fuss der Nichte ohnehin nicht überzeugen, gehen wir wieder.

Zweites Geschäft: Es hat mehr Kunden, und die Verkäuferinnen grüssen uns nicht mal, als wir den Laden betreten. Dies, obwohl sie uns durchaus sehen. Auch hier müssen wir fast aufdringlich werden, bis sich jemand bequemt, die passende Grösse aus dem Lager zu holen. Unverrichteter Dinge ziehen wir wieder ab.

Drittes Geschäft: Bei einer kurzen Runde durch die Regale finden wir nichts, das auch nur annähernd unseren Vorstellungen entspricht. Also raus und weiter. Die Verkäuferin hat uns gar nicht erst zur Kenntnis genommen.

Viertes und letztes Geschäft: Wir finden einen Schuh, der genau unseren Vorstellungen entspricht. Die Verkäuferinnen sind recht beschäftigt, die eine holt uns jedoch rasch Grösse 40 aus dem Lager. Das ist aber bei diesem Modell zu gross, also frage ich nach Grösse 39 – und werde knapp an die zweite Verkäuferin verwiesen, die gerade in einem Kundengespräch ist…

Zu guter Letzt passt aber die 39 und wir können bezahlen, nicht, ohne laaange anzustehen, weil eine Kundin vor uns irgend etwas umtauschen will, was aber nicht so richtig klappt…

 

Kurz und gut: Ich bin etwas enttäuscht von der Behandlung, die wir da bekommen haben. Früher war der Kunde König. Das Verkaufspersonal war geschult und konnte auch Empfehlungen abgeben. Ich verlange ja gar nicht, dass die Verkäuferin immer um mich herumschwänzelt, aber ein Minimum an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wäre schon schön.

Früher waren eben doch einige Dinge besser 🙂

 

P.S. In meiner Lieblingskleiderladenfiliale hat es übrigens genau so eine Verkäuferin alter Schule: Sie ist anwesend und aufmerksam, aber nicht aufdringlich; sie macht Vorschläge, ohne darauf zu bestehen, dass man die Kleider dann auch anprobiert; sie kann auch mehrere Kundinnen gleichzeitig nett bedienen… wow!

 

P.P.S. Mit der weiblichen Form „Verkäuferin“ ist männliches Verkaufspersonal mit gemeint.

 

 

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