Mitgemacht!

Am Freitagmorgen fand in unserem Dorf ein Gedenklauf statt. Gedenklauf? Ich muss etwas weiter ausholen.

In Israel ist es durchaus üblich, eines Verstorbenen jährlich am Todestag durch irgend eine Art von Event oder Anlass zu gedenken. Es gibt Wettbewerbe im Namen von Verstorbenen, Wanderungen oder eben Läufe.

 

Ro’i Alfi wurde 1994 geboren und wuchs in unserem Dorf auf. Er ging hier zur Schule und wurde Ende 2012 zur Armee eingezogen. Am 21. Mai 2013 absolvierte Ro’i  ein Training. Dort explodierte eine Mine aus ungeklärten Gründen – Ro’i wurde dabei getötet.

Ro'i Alfi

Dieses Jahr fand der Lauf zum Andenken an Ro’i Alfi zum dritten Mal statt. Man konnte in verschiedenen Kategorien starten:

10 km mit Rangliste

5 km mit Rangliste

3 km mit Rangliste

3 km ohne Rangliste

 

Die Kinder „mussten“ im Rahmen des Judotrainings ohnehin mitmachen, und so beschloss ich, gleich mitzurennen. Da beide Kinder das Mindestalter für die Zulassung zum 3 km-Lauf mit Rangliste noch nicht erreicht haben, starteten wir in der letzten Kategorie.

3 km

Der Start war um 7:30 Uhr morgens. Es hatte unzählige Leute, war sehr gut organisiert und einfach ein Erlebnis – wenn auch aus eigentlich traurigem Anlass.

Sohnemann hängte mich gleich am Start ab, Tochterkinds Tempo ist auch höher als meins… wir machten aus, uns am Ziel wieder zu treffen. Ich rannte zusammen mit dem Judotrainer, der eigentlich verletzungsbedingt gar nicht hätte laufen dürfen. So war jedoch sein Tempo für mich mithaltbar, und ausserdem war es eine deutliche Motivation, sich nicht abhängen zu lassen oder gar aufzugeben. Etwas vor der Hälfte der Strecke begegnete ich den Kindern, die bereits auf dem Rückweg Richtung Ziel waren. Vor allem Sohnemann rannte völlig anstrengungslos…

 

Wir haben es alle drei geschafft! Im Ziel gab es Medaillen für alle, Wasser und Sandwiches (wir können allerdings nach Anstrengung nicht gleich essen, also verzichteten wir). Ausser den Medaillen haben wir auch T-Shirts erhalten, und wir sind fest entschlossen, nächstes Jahr wieder mitzumachen.

 

P. S. Sohnemann fand, er müsse nach dem Lauf nicht duschen, bevor er zur Schule gehe: „Ich habe ja gar nicht geschwitzt!“

 

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