Feuer, Feuer,Feurio!

Diese Woche brennen überall in Israel die Lagerfeuer. Grosse, kleine, mittlere, qualmende und weniger qualmende, aber alle umgeben von kleineren und grösseren Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (wobei die Jugendlichen durchaus auch ohne Erwachsene feuern).

Der Grund dazu ist nicht etwa der erste August, ein Pfadfindertreffen oder etwas in dieser Richtung, nein: Man feiert Lag baOmer.

Zwischen Pessach und Shavuot liegen 49 Tage, also sieben Wochen. Shavuot ist ein Erntedankfest, an dem die Erstlingsfrüchte im Tempel als Opfer dargebracht wurden. Allerdings begann man schon vor dem Fest, die Opfergaben nach Jerusalem zu bringen, nämlich in ebendiesen sieben Wochen. Die Tage werden in Tagen und Wochen durchgezählt, „Omer“ bezeichnet eine Masseinheit, nämlich die Garbe. Da jeder Buchstabe im hebräischen Alphabet auch einen Zahlenwert hat, werden die Zahlen entsprechend geschieben – Aleph ist eins, Bet zwei usw. Lamed-Gimmel hat den Zahlenwert 33.   Lamed-Gimmel zusammen ausgesprochen ergeben „Lag“, deshalb also Lag baOmer, der 33. Tag der Omerzählung.

Die Omer-Zeit ist auch eine Trauerperiode, während der keine Feste (Hochzeit, Bar/Bat Mitzwa) gefeiert werden. Manche Männer rasieren sich in diesen Wochen nicht, ebenfalls ein Zeichen der Trauer.

An Lag baOmer wird diese Trauerzeit für einen Tag unterbrochen (für ashkenasische Juden) oder ganz beendet (für sephardische Juden). Am 33. Omertag endete nach der Überlieferung eine fürchterliche Epidemie, der viele Menschen zum Opfer fielen. Ein Grund zum Feiern, nicht?

Dieses Jahr findet Lag baOmer am 26. Mai, also morgen, statt. Wie alle jüdischen Feiertage beginnt er am Vorabend, also heute. Schulen und Kindergärten feiern natürlich auch, und so brennen seit letzter Woche überall allabendlich die Lagerfeuer.

Feuer 1

Feuer 2

Wir haben zwei Kinder und kamen deshalb zweimal in den Genuss. Es gab beide Male ein recht grosses Feuer, daneben einen Grill für Würste und Co, dazu Brötchen, Salate, Hummus, Kuchen – und Marshmellows. Bei Tochterkinds Anlass buken der beste Ehemann von allen und ich Pitot über dem offenen Feuer, was schon seit der ersten Klasse Tradition ist und gut ankommt.

Pita

 

Es war friedlich und fröhlich, eine Art gemütliches Beisammensein unter freiem Himmel.

 

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Eine Antwort zu Feuer, Feuer,Feurio!

  1. Nepumuk schreibt:

    … und ich wäre so gerne wieder dabei gewesen….

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