Wer hätte das gedacht?

Sport und ich passen etwa so gut zusammen wie ein Fisch und ein Fahrrad. Ich war als Kind und Jugendliche total unsportlich. Laufen? Vielleicht, wenn der Bus abzufahren droht, ja. Aber freiwillig, ohne richtiges Ziel? Joggen? Ich? Nie!

Später, als Seminaristin, wurde ich mit schöner Regelmässigkeit von meinen Turnlehrern durch den Wald gejagt. 5-km-Lauf, auf Zeit. Unsereiner brauchte dafür im Vergleich viiiel zu lange und kam nie auch nur annähernd an die von Jugend und Sport propagierten Normalzeiten – von Idealzeiten gar nicht zu reden – heran. Der einzige Lichtblick im Sommersemester war der Orientierungslauf, aber nur, weil man da zu zweit als Team fungierte. Bei mir und meiner Freudin funktionierte es so: Ich konnte Karten lesen, sie konnte laufen. Also fand ich mittels Karte den besten Weg heraus und schickte sie zum Abstempeln zu den Posten. So kamen wir gut durch und schnitten auch am jährlichen OL-Tag nicht allzu schlecht ab. Besseres Mittelfeld, sozusagen.

Erst als Studentin entdeckte ich den Sport für mich. Im neben der Uni gelegenen Studio schloss ich ein Studentenabo ab, und dieses nutzte ich wirklich gut. Mindestens fünfmal die Woche war ich dort anzutreffen, oft auch in Zwischenstunden, vor oder nach dem Unterricht. Es tat gut und ich nahm damit recht anstrengungslos auf mein Wunschgewicht ab.

Nach der Heirat gingen wir mindestens dreimal die Woche tanzen, was bei israelischem Volkstanz durchaus mit Sport gleichzusetzen ist, doch dann kam das erste Kind. Sport? Keine Zeit. Und später dann keine Lust. Also wurde ich wieder zum unsportlichen früheren Selbst. Bloss die Armmuskeln wurden vom Kinderschleppen recht gut trainiert.

Die Kinder sind inzwischen schon recht gross, aber zum Sport zurück kam ich erst vor gut einem Jahr. Da eröffnete nämlich die Mutter eines Schulkameraden meines Tochterkinds ein Studio bei sich daheim. Ich nahm eine Probestunde – und blieb hängen. Zweimal die Woche trainiere ich seither da, und ich sehe deutliche Resultate. Nicht unbedingt gewichtsmässig, aber alles ist straffer und schlanker in der Ansicht. Toll!

Jetzt kommt seit drei Wochen noch etwas anderes dazu. Der geneigte Leser (Damen sind natürlich mitgemeint) erinnert sich vielleicht an den Gedenklauf für Ro’i Alfi, an dem ich neulich mitgemacht habe. Auf diesen 3 km habe ich gemerkt, dass ich zum Laufen durchaus fähig bin, wenn ich denn will. Zusammen mit Tochterkind habe ich also den Vorsatz gefasst, regelmässig laufen zu gehen. Momentan laufen wir dreimal die Woche zusammen, manchmal kommt auch Sohnemann mit. Inzwischen sind wir bei 5 km, nicht in Rekordzeit, aber wir werden besser. Der Ehrgeiz lässt grüssen und wir haben sogar Laufschuhe gekauft. Denn: Laufen macht süchtig. Es fehlt mir schon jetzt, wenn ich mal nicht gehen kann. Dazu ist es extrem gut zum Stressabbau, denn schon nach knapp einem Kilometer bin ich (und Tochterkind mit den ganzen pubertären, hormonbedingten Stimmungsschwankungen) wesentlich entspannter und friedlicher als vorher. So getestet am Wochenende und für gut befunden.

Wir machen weiter und sind gespannt, wohin die Lauferei uns noch führt…

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Eine Antwort zu Wer hätte das gedacht?

  1. vered schreibt:

    Gratuliere! „Halevai alai“.

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