Besser spät als nie

Tochterkind hatte im Frühling Geburtstag. Sie wollte eigentlich mit Freundinnen feiern, aber irgendwie hatte ich keine Lust und/oder keine Zeit für ein Geburtstagsfest im grösseren Rahmen: Erst kam Pessach, dann die Omerzählung, danach die Bat Mitzwa unserer verwaisten Nichte, die wir ausrichteten… und irgendwie hatte ich auch keine Ideen. Jedenfalls keine, die mit einer Horde pubertierender, kreischender (mein Papa hätte gesagt „hypertymer“) überdrehter und/oder lustloser Mädels durchführbar gewesen wäre, ohne am Ende des Tages mindestens heulend zusammenzubrechen und sich zu schwören, sowas nie nie nie wieder zu machen.

Also vertröstete ich Tochterkind auf später – in der stillen Hoffnung, das Ganze möge im Sand verlaufen und schlicht und einfach vergessen gehen.

Doch dann kam die Rettung. In unserem Quartier wurde ein neues Geschäft eröffnet – mit Küchenzubehör: Von Zuckerperlen über Backbleche bis zu Kaffeemaschinen findet man dort alles. Und nicht nur das. Wenn man nämlich das Lokal betritt, taucht man ein in eine andere Welt. Eine europäische, saubere, wohlgeordnete und friedliche Welt, ganz anders als die draussen.

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Gleich in der Eröffnungswoche steckte ich also meine Nase in das neue Geschäft, lernte dabei gleich den Inhaber kennen und sah an den Plakaten, dass auch Workshops durchgeführt werden. Also fragte ich nach, ob eventuell auch Geburtstage ausgerichtet würden. Eigentlich nicht, hiess es, aber man überlege es sich. Einige Besuche und Gespräche später stand die Idee fest: Ein Geburtstagsfest in Form eines Workshops unter dem Titel „Modellieren mit Fondant“. Die Zahl der Teilnehmerinnen war aus Platzgründen auf 10 beschränkt. Das war für Tochterkind ok, denn ihre Liste umfasste von Anfang an nur die besten und engsten Freundinnen.

Heute war es dann also soweit: 9 Mädels (eine Freundin konnte leider nicht kommen) und mein Sohn, der den freigewordenen Platz einnehmen durfte, trafen sich im besagten Geschäft.

Der Tisch war festlich vorbereitet, Ballons an den Stühlen festgebunden, Snacks in der Mitte des Tisches, Getränke in Reichweite – und neben jedem Platz lag ein Tütchen mit den benötigten Zutaten für die Zuckerfee, denn eine solche sollte es werden.

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Schritt für Schritt leitete die Frau des Besitzers die Teilnehmerinnen an, die Fee zu modellieren und anschliessend zuerst zusammen- und danach auf den „persönlichen“ vorbereiteten Muffin zu setzen. Die Mädchen waren mit Feuereifer und grosser Begeisterung bei der Sache, und die Resultate waren wundervoll: Jede Fee sah anders aus, aber jede wurde wunderschön!

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Zum Abschluss gab es noch vom Chef persönlich zubereitete Pancakes und einen superleckeren Kuchen.

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Es war ein rundum gelungenes Fest, von dem wir noch lange zehren werden. Und, um auch das noch zu erwähnen: Die Freundinnen brachten wirklich tolle, durchdachte Geschenke, die allesamt bei Tochterkind auf riesige Begeisterung stiessen. Danke an alle!

(Und mein Sohn formte anstatt einer Fee zwei Dinosaurier aus dem Fondant.)

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