Vom Wolf zum griechischen Gott – und zurück

Erinnerst du dich an unsere graue Riesenkatze Wolf? Sie lebt ja inzwischen schon seit etwa einem Monat bei uns, und wir haben uns alle an sie gewöhnt und sie sehr liebgewonnen.

Doch letzte Woche hätten wir sie fast verloren, und das kam so: Eines schönen Morgens tauchte auf der Facebook-Seite unseres Dorfes ein Foto von Wolf auf. Er sei im Park neben unserem Haus gesichtet worden. Da es sich um eine teure Rassekatze handle (soviel wussten wir inzwischen auch), müssten doch irgendwo Besitzer zu finden sein! Ich schrieb in den Kommentaren zum Bild, die Katze sei völlig verwahrlost und verletzt bei uns aufgetaucht und befinde sich in meiner Obhut.

Daraufhin meldete sich eine junge Frau, die erst vor kurzem aus dem entfernten Süden in unser Dorf umgezogen ist. Es handle sich bei Wolf zweifelsfrei um ihre Katze (bzw. um ihren kastrierten Kater) – sie schickte auch gleich noch Fotos von ihm mit. Tatsächlich, der Fall war klar: Die Besitzer waren gefunden.

Als erstes musste ich natürlich den Kindern mitteilen, dass wir Wolf zurückgeben müssen. Er gehört uns ja nicht wirklich, sondern eindeutig der jungen Frau. Wir waren alle sehr traurig, streichelten den Riesen noch mehr als sonst und hofften auf irgendein Wunder.

Einige Telefongespräche später stand fest, dass wohl am Abend der Freund besagter junger Dame kommen und Wolf mitnehmen würde. Sogar mein Mann war traurig, befand sich jedoch an der Arbeit und konnte nicht so richtig am Lauf der Dinge teilhaben.

Es folgten weitere Telefongespräche und WhatsApp-Chats. Der langen Rede kurzer Sinn: Die junge Frau und ihr Freund überlegten sich, uns Wolf zu überlassen, und zwar vor allem aus dem Grund, dass er bei uns sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten bekommt als bei ihnen daheim. Ausserdem ist er bei uns weniger oft allein – die Tatsache, dass er bei uns von der Stuben- zur Draussenkatze mutieren würde, nahmen sie billigend in Kauf.

Vorläufig blieb Wolf also bei uns. Am Abend erzählte ich dem besten Ehemann von allen den Verlauf der Gespräche, und er überraschte mich mit seiner Aussage: „Hast du ihnen gesagt, dass wir uns sehr freuen würden, wenn Wolf bei uns bleiben könnte?“ So etwas von meinem Mann, der sich bisher mit keiner unserer Katzen so wirklich anfreunden konnte!

Am nächsten Morgen dann kam die junge Frau zu uns, um sich Wolfs neuen Platz anzusehen. Sie bedankte sich von ganzem Herzen bei uns – wir hätten ihre Katze vor dem sicheren Tod gerettet, dafür sei sie uns ewig dankbar. Sie brachte den Impfpass mit und verabschiedete sich unter Tränen von Zeus, so hiess Wolf nämlich bei ihr. Sie zeigte uns Fotos von ihren anderen Tieren und erzählte, was ihr den Ausschlag zur Entscheidung gegeben habe: Nämlich, dass meine Kinder die Nacht vor dem – vermeintlichen – Abschied mit Wolf im Zeit im Garten verbrachten.

 

Jetzt ist es also endgültig – Wolf bleibt bei uns! Die Kinder, mein Mann und ich sind überglücklich.

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Eine Antwort zu Vom Wolf zum griechischen Gott – und zurück

  1. N.Aunyn schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zu Wolf und weiterhin viel Freude mit ihm. Toll, daß die Vorbesitzer diese Entscheidung für ihr Tier so treffen konnten.

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