Tanz mit der Thora

Die geballten Feiertage des Monats Tishri liegen hinter uns. Sie gingen zu Ende mit Shemini Atzeret/Simchat Thora, was in Israel oft auch nur „Chag sheni“ (zweiter Feiertag – von Sukkot natürlich) bezeichnet wird.

Wir verbrachten den Feiertag wieder bei Schwiegermuttern, waren diesmal aber „nur“ deutlich unter 20 Personen. Am Abend in der Synagoge wurde schon getanzt: Alle Thorarollen wurden unter ausgelassenem Gesang und Tanz in der Synagoge im Kreis getragen, während wir Frauen von oben Bonbons regnen liessen, sehr zur Freude der Kinder (und auch der Erwachsenen – da kommt das Kind im Mann jeweils recht deutlich zur Geltung).

Nach viel und gutem Essen und erbaulichen Gesprächen mit viel Humor verbrachten wir eine recht gute Nacht dort – bloss wird man sehr früh wach, wenn die kleine Nichte aus Leibeskräften brüllt und trotzt, weil irgend etwas nicht so funktioniert, wie sie es gerne hätte… arrrrgh!

Jedenfalls waren wir nochmals in der Synagoge. Ab Shmini Atzeret wird das Gebet für Regen gesprochen – Regen wird in unserer Gegend heiss ersehnt und durchaus keine Selbstverständlichkeit. Danach kam die Enttäuschung, denn jedes Jahr wurde auch nach dem Morgeng-ttesdienst mit den Thorarollen getanzt. Dieses Jahr jedoch wurde der Anlass aus unerfindlichen Gründen auf die Zeit vor dem Nachmittagsgebet verschoben, natürlich ohne Ankündigung. Das war vor allem für unseren Gast schade, der mehr oder weniger eigens dafür angereist war…

Am Feiertagsausgang demontierte ich zusammen mit den Kindern und mit meiner besten Freundin, die zur Zeit zu Besuch ist, die Sukka. Die Dekorationen, die Stoffwände, das Gestänge, alles fand wieder seinen Platz in Kisten und Kartons, wo es geduldig bis zum nächsten Jahr wartet.

Kurz nach 20 Uhr hörte man von unserer Synagoge her laute, fröhliche Musik. Simchat Thora wird nämlich auch in den Strassen gefeiert – alle Thorarollen werden aus der Synagoge geholt und in einem fröhlichen Umzug eine Runde durchs Viertel getragen. Für die Kinder gibt es natürlich auch wieder Süssigkeiten. Fast alle Anwohner machen mit, auch solche, die man normalerweise nicht in der Synagoge antrifft. Hier zwei Fotos vom Ereignis (mit dem Handy in Bewegung und Dunkelheit aufgenommen, deshalb nicht in gewohnter Qualität):

simchattora1

simchat-tora2

 

 

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