Wasser – (k)eine Selbstverständlichkeit

Wasser ist hierzulande Mangelware. Es hat auch diesen Winter noch beileibe nicht genug geregnet, um die fast leeren Reservoirs aufzufüllen.

Bloss unter unserem Haus hat es jeden Winter riesige Wassermengen, die mit dem ersten Regen zu steigen beginnen und erst so rund um Pessach versiegen – nachdem wir einen Grossteil davon zur Bewässerung des Gartens genutzt haben.

Diesen Winter jedoch stieg der Wasserstand unter unserem Haus zu früh zu hoch, was unseren Verdacht erweckte. Auch nach dem Abpumpen riesiger Wassermassen, was auch die Nachbarn und andere alarmierte (die Strasse war praktisch zu einem mittleren Fluss geworden und alle klingelten bei uns, um uns auf den vermuteten Rohrbruch aufmerksam zu machen), stieg der Pegel rasch wieder an.

Dies führte zu dem Verdacht, es könnte irgendwo in einer Leitung wirklich ein Leck haben – der beste Ehemann von allen kontrollierte daraufhin die Wasseruhr. Die drehte sich rasend schnell, obwohl zu dem Zeitpunkt im Haus kein Wasser lief. Tatsächlich ein Leck!

Die Frage war: Wo befindet es sich? Als allererste Massnahme stellten wir den Haupthahn ab. Der beste Ehemann von allen öffnete dann „portionenweise“ den Haupt- und den Nebenhahn, wobei herauskam, dass die undichte Stelle sich wahrscheinlich ausserhalb des Hauses befindet.

Das war schon mal eine gute Nachricht, denn alleine der Gedanke an aufgebrochene Wände und Fussböden und dem damit verbundenen Dreck machte mir Angst. Der beste Ehemann von allen grub gestern der Leitung zwischen Haus und Waschmaschine entlang, und er konnte tatsächlich die Stelle mehr oder weniger eingrenzen. Jetzt muss er nur noch die Zeit finden, Ersatzteile zu besorgen und anzuschliessen, dann ist das Problem gelöst.

Bis dahin allerdings spüren wir einmal sehr deutlich, dass fliessendes Wasser für uns viel zu selbstverständlich ist. Der Haupthahn ist nämlich bis zur endgültigen Reparatur mehrheitlich geschlossen und wird nur zum Duschen und Geschirrspülen aufgedreht. Du glaubst gar nicht, wie oft ich die Hände waschen/etwas abspülen/etwas anfeuchten will, den Hahn aufdrehe und dann nur ein müdes Gurgeln vernehme. Die Wäsche türmt sich inzwischen zu kleinen Bergen…

Dadurch wird mir viel mehr bewusst, wie gut wir es eigentlich haben. Uns steht immer fliessendes, sauberes Wasser zur freien Verfügung! Dafür sollten wir eindeutig viel dankbarer sein.

Was ich jetzt während einiger Tage erlebe, ist in anderen Teilen der Welt trauriger Alltag.

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Eine Antwort zu Wasser – (k)eine Selbstverständlichkeit

  1. samybee schreibt:

    Ich habe mal im Fernsehen eine Deutsche gesehen, die Spenden sammelte für ein indisches Waisenhaus. Sie wurde gefragt, was ihr am besten gefiele, wenn sie wieder nach Deutschland käme. Und sie antwortete: „Wasser! Ich drehe den Wasserhahn auf und da kommt jederzeit klares, sauberes Trinkwasser!“ Die Trinkwasserversorgung war eines der größten Probleme des Waisenhauses. Wir nehmen das gar nicht mehr war, was für ein Luxus das ist. Es ist einfach da!

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