Meine Tochter, der Star

Früher, in meiner Schulzeit, wurde in der Schule nur gelernt („fürs Leben“, wie es hiess). Wettbewerbe gab es vor allem in meinem Hassfach Mathematik. Das nannte sich „Rechnungskönig“ und bestand darin, die ganze Klasse aufstehen zu lassen. Daraufhin mussten mündlich Kettenrechnungen gelöst werden. Wer die richtige Antwort wusste, durfte sich setzen. Wer eine falsche Antwort gab, musste erst auf den Stuhl, dann (also bei der nächsten falschen Antwort) auf den Tisch stehen und kam erst mit einem richtigen Resultat wieder eine Stufe tiefer. Sieger war die Reihe, in der als erstes alle Kinder auf ihren Stühlen sassen.

Nun ratet mal, wer immer als Allerletzte noch stand? Und dann vor Stress nicht mal mehr die Antwort auf 1+1 wusste?

 

In Tochters Schule wird das anders gehandhabt. Es gibt zwar auch Wettbewerbe, aber die sind in der Regel freiwillig – keiner wird zum Mitmachen gezwungen. Und es gibt tolle Preise zu gewinnen. Ausserdem bekommt jeder, der mitmacht, einen Trostpreis und/oder eine Urkunde.

Am Freitag fand die Endausscheidung der „Spelling Bee“ statt. Das ist ein Buchstabierwettbewerb auf Englisch, in dem rund 250 Wörter abgefragt werden. Die Vorausscheidungen fanden bereits innerhalb der Klasse statt – es blieben drei Kinder übrig, die an der Endausscheidung teilnehmen würden. Alles in allem waren es 15 Finalistinnen.

Zur Vorbereitung bekam Tochterkind diese gedruckt auf zwei A4-Seiten, die hebräische Übersetzung steht neben dem jeweiligen Wort.

Wörter 1

Wörter 2

Das übten wir nun also vorwärts, rückwärts und im Schlaf… und eine Woche vor dem Termin bekam sie noch einige weitere Wörter.

Wörter 3

Am Freitag war nun der grosse Tag. Tochter war nervös, wusste aber auch, dass sie sich vorbereitet hatte. Ich fieberte von daheim aus mit, denn der Anlass fand ohne Elternbeteiligung statt. Der Erste Teil war schriftlich, da fielen schon einige raus. Danach wurde mündlich geprüft. Mitfiebern daheim. Endlich kam auf WhatsApp die Nachricht, unsere Tochter sei von unserer Klasse als Einzige noch drin. Weiterfiebern. Und dann: Tochter wurde stolze Dritte!

Sie bekam eine Urkunde, ein Buch, ein Notizbüchlein und einen Bleistift. Wir sind so stolz auf sie! Und: Sie wird an der regionalen Ausscheidung teilnehmen, die irgendwann im Mai stattfindet.

Preis

 

 

 

 

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3 Antworten zu Meine Tochter, der Star

  1. Gabriela schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch 👏😀

  2. samybee schreibt:

    Super! Da musste deine Tochter heftig lernen! Meine Kleine kämpft im Moment ziemlich mit der englischen Rechtschreibung, bei der sie halt wissen muss, wie die Wörter geschrieben werden. Es gibt kaum sinnvolle Regeln, die beim Hören helfen, das Wort zu schreiben… und die deutsche Rechtschreibung ist auch dahin, weil sie die Englische Regellosigkeit problemlos überträgt. Die Kleine schreibt so viel und gerne, ich muss im Moment oft an mich halten, dass ich ihre Schreibprojekte wegen der Rechtschreibung nicht nur kritisiere… Ich drücke die Daumen für den nächsten Wettbewerb!

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