Notfallmedizin 1:1

Gestern, also am letzten Feiertag von Pessach, hatte ich einen erneuten „Anfall“ von SVT – supraventrikulärer Tachykardie. Der Puls ging aus dem Nichts auf rund 200 Schläge pro Minute hoch. Diesmal rumpelte das Herz vorher nicht einmal, sondern raste ohne Vorwarnung los.

Da mein Hausarzt mir nahegelegt hatte, so einen hohen Puls unbedingt per EKG dokumentieren zu lassen, holten die Kinder meinen Mann aus der Synagoge. Er begleitete mich zum Notfallarzt, der zufällig Kardiologe war. Dort wurde gleich ein EKG geschrieben. Der Arzt versuchte, den hohen Puls mit verschiedenen Massnahmen wieder auf ein normales Niveau zu senken, erfolglos.

Deshalb schickte er uns umgehend zur Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Dort sprach ich kurz mit der diensthabenden Schwester, diese teilte mir eine Liege zu und rief nur einige Worte in den Raum – schon war ich von Personal umringt. Ich wurde gleich verkabelt und ein neues EKG geschrieben. Der Puls war immer noch gleich hoch, inzwischen seit über einer Stunde. Die Ärzte im Krankenhaus versuchten die gleichen Massnahmen wie der Notarzt, mit dem selben Erfolg, nämlich gar keinem.

Also bereiteten sie mich auf eine Spritze mit Adenosin vor. Es sei quasi ein Restart des Herzens, erklärten sie mir: Das Herz würde für eine bis zwei Sekunden aussetzen und danach im normalen, gesunden Rhythmus weiterschlagen. Meine Angst war, dass es gar nicht mehr weiterschlägt, doch sie beruhigten mich, sie wüssten, was dann zu tun sei. Sehr beruhigend in der Situation, nicht?

Zwei hielten meinen Arm hoch, einer spritzte, einer stand bereit, falls eine Reanimation nötig wäre.

Es fühlte sich an, als würde ich nächstens in Ohnmacht fallen. Alles Blut schien aus dem Körper zu weichen, von den Schultern an abwärts bis zu den Zehen. Dann kam ein Schwindelgefühl, das aber zum Glück nicht lange anhielt.

EKG

Am Piepen des Monitors hörte ich, dass der Puls in normale Regionen gesunken war und wieder kräftig und regelmässig schlug.

Monitor

Ich musste noch etwa 3 Stunden zur Überwachung dort bleiben, dann durfte ich nach Hause.

Das Erlebnis hat mir gezeigt, dass man, wenn es ernst gilt, in der Notaufnahme wirklich schnell drankommt. Wer also dort warten muss, darf davon ausgehen, dass sein Fall eher leichter Natur ist. Irgendwie tröstlich, oder?

 

 

 

 

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3 Antworten zu Notfallmedizin 1:1

  1. Yael Levy schreibt:

    Oh Schreck! Wünsche dir alles Gute und gute Besserung!

  2. Pingback: Episode IV | Kinder, Katzen und Kakteen

  3. Pingback: Überstanden | Kinder, Katzen und Kakteen

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