Affenparty

Meine Tochter geht in die 6. Klasse. Nach diesem Schuljahr steht ein Schulwechsel an – sie kommt in ein neues Schulhaus, in eine neue Klasse (und in unserem Fall auch in eine andere Stadt).

So ein „Abschluss“, wie er nach der 6. Klasse stattfindet, muss natürlich gefeiert werden. Es gibt ein Abschlussfest, zu dem die Eltern eingeladen sind und für welches bereits jetzt fleissig geprobt wird: Gesang, Tanz, Theater etc.

Doch das ist noch nicht alles, denn es soll auch eine sogenannte After Party stattfinden, nur für die Kinder, ohne Eltern (ok, einige Eltern werden aus Aufsichtspersonen mitgehen, von wegen Minderjährigen und so).

Es wurde beschlossen, in „unserem“ Freibad zu feiern. Das ist ideal: Schön, gross, sauber, nahe gelegen und somit für alle leicht erreichbar. Das Datum wurde schon vor längerer Zeit provisorisch festgelegt. Allerdings war auf Nachfrage ebendieses Datum in ebendiesem Schwimmbad bereits besetzt. Also beschloss man (sprich: der Elternrat), den Tag der Party zu verschieben. Man informierte die Eltern.

Doch dann ging eine Mutter (eine einzige von 37 Müttern, wohlbemerkt) auf die Barrikaden. Was das solle, sie habe sich die After Party für den und den Tag eingetragen, und am neuen Datum könnt ihre Tochter nicht teilnehmen, weil – und jetzt kommt’s – sie als Familie ein Wochenende in Eilat gebucht habe.

Wohlverstanden: Die beiden möglichen Daten sind in der letzten Juniwoche, die Schule endet offiziell am 30. Juni (dieses Jahr fällt er auf einen Freitag) mit der Zeugnisvergabe.

Wie kann man bloss während der Schulzeit ein Wochenende in Eilat buchen, noch dazu an den letzten Schultagen im Jahr? Wie kann man dazu noch die Frechheit haben, wegen eines einzigen Kindes die ganze Party umzubuchen? Und: Warum kommt diese Mutter mit ihrer Frechheit durch?

Denn die Party wurde verschoben. Auf einen ihr genehmen Tag. Allerdings wird sie nicht in unserem Dorf stattfinden, sondern auswärts – und dafür braucht man einen Autobus zum Transport der SchülerInnen. Der wiederum kostet Geld, das man meiner Meinung nach besser in die (ohnehin überflüssige, aber wenn schon, denn schon) After Party investiert hätte.

Kurz: Ich finde das Ganze ein Affentheater. Und spreche deshalb nur von der Affenparty. Oder aber von der After Party, immer schön mit der deutschen Bedeutung des Wortes „After“ im Hinterkopf.

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3 Antworten zu Affenparty

  1. samybee schreibt:

    Urgs – auf jeden Fall ein Affen-Zirkus! Wenn der Affe brüllt wie ein Löwe, gehen halt alle in Deckung und das Affentheater gewinnt!

  2. hertilde schreibt:

    Aber das zeichnet doch das leben in Israel aus: Niemand wird ausgeschlossen. Und wenn nur eine/r nicht dabei sein kann, nehmen alle anderen darauf Rücksicht. Du kannst stolz darauf sein, dass es so ist, auch wenn es manchmal affenartig aussieht ;-))

  3. Pingback: Die spinnen, die Römer! | Kinder, Katzen und Kakteen

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