Erstens kommt es anders…

… und zweitens als man denkt.

Dies hat sich für unsere Familie an diesem Shavuot-Wochenende eindeutig bewahrheitet.

Die Feiertage verbringen wir ja traditionell immer bei meinen Schwiegereltern (bzw. bei der Schwiegermama, da mein Schwiegerpapa ja schon vor einigen Jahren verstorben ist). So war es auch diesmal geplant, und zwar als langes Wochenende, da der Feiertag nahtlos auf den Shabbat folgte.

Die Kocherei hatten wir auch wie immer aufgeteilt – ich den ganzen milchigen Teil für Shavuot und dazu noch einen Teil des Shabbatessens.

So weit, so gut.

Doch am Mittwoch musste Schwiegermama ins Krankenhaus, da sie sich plötzlich schlecht fühlte und auch sehr schläfrig war. Man fand heraus, dass die Sauerstoffstättigung in ihrem Blut ungenügend ist und behielt sie natürlich dort.

Am Donnerstag war die Lage unverändert, doch hofften wir, sie könne am Freitag nach Hause gehen.

Dem war jedoch nicht so: Die zuständige Ärztin erklärte, sie könne zwar meine Schwiegermama schon entlassen, doch die Chancen stünden sehr hoch, dass wir dann halt am Shabbat oder am Feiertag wieder mit ihr zurück ins Krankenhaus müssten. Das wollte natürlich niemand, und so blieb sie auch übers Wochenende dort.

Jetzt wurde es hektisch. Der beste Ehemann von allen fuhr vom Krankenhaus zu Schwiegermama nach Hause und brachte von dort alle für das Wochenende bestimmten Esswaren zu uns heim. Wir standen daraufhin stundenlang in der Küche und brutzelten, brieten, kochten und buken Leckereien. Denn es war auch noch meine Schwägerin samt Familie (4 Kinder) angemeldet.

Es ging alles viel besser als befürchtet  erwartet Man kam, ass und ging wieder. Die Kinder hatten Gelegenheit, mit den Cousins und Cousinen zu spielen, man feierte noch den Geburtstag der einen Cousine und fertig.

Alles ging ohne grösseren Stress über die Bühne. Eigentlich ein Erfolg, nicht?

 

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Schwarz auf weiss

Bei den Unruhen  friedlichen Demonstrationen an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen sind diese Woche rund 60 „Zivilisten“ getötet worden, darunter ein Baby.

Als erste Frage stellt sich die folgende: Was hat ein Baby an einer Demonstration – selbst, wenn es eine friedliche Demonstration wäre – zu suchen?

Antwort. Nichts. Doch Die Hamas nutzen schamlos Kinder und Frauen aus, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Zu den Zivilisten: Seit gestern Abend ist es nun offiziell, schwarz auf weiss sozusagen. Die getöteten Zivilisten waren gar nicht so zivil (und zivilisiert schon gar nicht), sondern aktive Hamas-Mitglieder. Die Hamas hat nämlich stolz bekanntgegeben, 50 der Toten seien aus ihren eigenen Reihen. Dazu kommen noch einige aus dem Islamischen Jihad. Laut Armeequellen wurden bisher unter den Toten 24 als Terroristen bekannte Personen identifiziert.

Der Satz „Israel massakriert Zivilisten“ stimmt also nicht – zu schade, dass die westlichen Medien diese Informationen wieder mal lieber totschweigen als richtigstellen.

 

 

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Friedliche Proteste

Israel war Gastgeberland für die Europameisterschaften im Judo. Drei Etappen des Giro d’Italia wurden in Israel absolviert. Israel gewann den Eurovision Song Contest2018.

Die USA verlegen ihre Botschaft in Israels Hauptstadt Jerusalem. (Es ist übrigens nicht neu, dass Jerusalem Israels Hauptstadt ist und nicht Tel Aviv. Die Schweizer Hauptstadt heisst ja auch Bern und nicht Zürich, auch wenn das viele immer noch meinen).

Die Palästinenser in Gaza protestieren friedlich.

Die Palästinenser in Gaza protestieren friedlich?

 

Die Palästinenser in Gaza protestieren.

Von friedlich kann nämlich keine Rede sein. Ebenso wenig davon, dass die „Proteste“ erst mit der Verlegung der US-Botschaft begonnen haben. Die fingen schon Wochen zuvor an.

Die Palästinenser in Gaza brauchen nämlich keinen Anlass, um zu protestieren. Im Gegenteil: Es scheint ihr Lebensinhalt zu sein. Täglich marschieren Zehntausende (gestern waren es 44 000) hinter dem Grenzzaun auf, der Israel von Gaza trennt. Dort schreien sie antiisraelische Parolen, hissen Hakenkreuzfahnen, verbrennen Unmengen von Autoreifen, schleudern Steine, werfen Molotowcocktails – und lassen Drachen steigen.

Drachen steigen – also doch friedlich, nicht?

Nein – denn es handelt sich um sogenannte Feuerdrachen. An ihnen sind Molotovcocktails und andere brennende Materialien befestigt, die bei Bodenkontakt auf israelischer Seite alles in Brand stecken, was in Reichweite ist.

 

Die Armee hat bereits vor einigen Tagen angekündigt, dass sie auf „Drachenflieger“, also die Leute, die solche brennende Drachen steigen lassen, scharf schiessen wird. Gestern wurden sogar Flugblätter über Gaza abgeworfen mit Warnungen an die Bevölkerung, sich nicht an den „friedlichen Protesten“ zu beteiligen. Es ist also nicht so, dass die Bevölkerung von Gaza nicht gewarnt wird.

Aber: Die Hamas steckt dahinter. Sie zwingt ihre eigenen „Landsleute“, sich in die Schusslinie zu begeben. Die Hamas-Terroristen selber halten sich von dort wohlweislich fern, denn sie wollen ja weiterhin Proteste organisieren. Friedliche, wohlverstanden. Wer nicht mitmacht, wird von der Hamas bestraft – Erschiessen ist da wohl noch die gnädigste Version.

 

Eine Lösung scheint keine in Sicht…

 

 

 

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Wir haben gewonnen!

Netta Barzilai hat mit ihrem Lied „Toy“ am Samstagabend den Eurovision Song Contest gewonnen!

Die Frau ist einfach total cool.

Hier findest du ein kurzes Statement von Netta, das mich sehr beeindruckt.

Sie bringt meiner Meinung nach eine sehr gesunde Message an die Welt mit: Sei so, wie du bist! Und sei glücklich damit!

 

 

Also dann…

 

Nächstes Jahr in Jerusalem!!!

P. S. Natürlich hat meine Tochter bereits verkündet, sie wolle dann live dabei sein beim Eurovision Song Contest. Klar, wo er doch quasi vor der Haustür stattfindet.

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Dunkle Wolken

Im Norden scheint sich gerade ein Gewitter zusammenzubrauen. Laut syrischen Berichten habe Israel dort Militärbasen beschossen. Unsere Armee schweigt sich zu den Vorwürfen vornehm aus. Ein Artikel dazu hier (Englisch).

Klar ist, dass im Norden erhöhte Alarmbereitschaft herrscht: Es wurden Soldaten notfallmässig eingezogen, die Bunker und Schutzräume sollen bereit und offen sein.

Das ist bedenklich, aber oft wird ja nicht so heiss gegessen wie gekocht. Hofft man.

 

Im Süden ist es übrigens auch nicht wirklich ruhig. Zwar fliegen momentan keine Raketen, aber die „friedlichen Proteste“ entlang des Grenzzauns in Gaza sehen in Wirklichkeit so aus und sind alles andere als friedlich.

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Buchtipp: Nathan und seine Kinder

„Vor grauen Jahren lebt‘ ein Mann im Osten,

Der einen Ring von unschätzbarem Wert‘

Aus lieber Hand besass. Der Stein war ein

Opal, der hundert schöne Farben spielte,

Und hatte die geheime Kraft, vor G-tt

Und Menschen angenehm zu machen, wer

in dieser Zuversicht ihn trug. (…)“

 

Die Ringparabel. Wer kennt sie nicht? Gotthold Ephraim Lessing hat sie in seinem Theaterstück „Nathan der Weise“ aufgeschrieben, in fünffüssigen Jamben. Das war damals Schulstoff und oft eher langweilig.

In den letzten Tagen habe ich das im Jahre 2009 erschienene Buch „Nathan und seine Kinder“ von Mirjam Pressler gelesen, welches den Stoff aus Lessings Theaterstück aufgreift, modernisiert und total aktuell rüberbringt. Jede Person kommt darin zu Wort, aus ihrer Sichtweise. Man spürt die religiöse Spannung, die im damaligen Jerusalem herrschte und leider auch heute noch nicht verschwunden ist. Man spürt die Dilemmas, denen die Personen ausgesetzt sind. Und man spürt, dass die ganze Problematik bei weitem noch nicht ausgestanden ist.

Eine absolut empfehlenswerte Lektüre!

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In der Wüste ertrunken

Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich dazu etwas schreiben will/soll/muss oder nicht… und doch, ich denke schon, dass es richtig ist, sowas nicht unkommentiert zu lassen.

Letzte Woche starben 10 junge Menschen in einer Flutwelle in der Wüste. Seit Mittwochmorgen hatte es geregnet, seit Sonntag früh (also schon drei Tage vorher) wurde in allen Medien vor zu erwartenden Sturzfluten gewarnt.

Die Sache ist nämlich so: In den Wadis steigt das Wasser sehr rasch, auch wenn es dort gerade nicht regnet – die Wassermassen kommen von den Bergen, wo es eben doch regnet… und wenn man davon überrascht wird, hat man praktisch keine Überlebenschance. Hier sieht man, wie schnell es gehen kann:

Warum die Gruppe zu dieser Zeit, nach den massiven Regenfällen, die immer noch andauerten, nach den eindringlichen Warnungen auf allen Kanälen, nachdem einem auch der gesunde Menschenverstand von solchen Aktionen abrät, warum also diese Gruppe trotz allem dort hinging, ist unverständlich. 10 junge Menschen sind gestorben. 10 junge Leben wurden sinnlos ausgelöscht – diese Tragödie wäre vermeidbar gewesen.

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(Bildquelle)

 

Man sucht nach Verantwortlichen; natürlich will keiner schuld sein… aber sogar wenn jemand für diese Aktion ins Gefängnis wandert – die 10 jungen Menschen werden davon nicht wieder lebendig.

Deshalb: Wer in der Wüste wandert, sollte sich unbedingt immer über das Wetter (auch und vor allem im Einzugsgebiet der Wadis) auf dem Laufenden halten. Ein Fehler kann tödlich sein. Lieber einmal zuviel einen Ausflug abbrechen oder die Route ändern, als sich (und eventuell andere) in Gefahr zu begeben.

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Sie haben einen Kredit zugut

Ganz (oder mindestens mehr als halb) Israel lebt auf Pump. Man kauft mit Kreditkarte, auch bei Kleinbeträgen, man kauft auf Raten, auch im Supermarkt, man kauft gross, auch wenn man es sich eigentlich nicht leisten kann.

Wir, also der beste Ehemann von allen und ich, ticken da ein bisschen anders. Er hat von klein auf gelernt, auch mit wenig Geld durchzukommen (man stelle sich mal eine Neueinwandererfamilie mit begrenzten Sprachkenntnissen und vielen Kindern vor), mir hat mein Papa beigebracht, dass man etwas nur dann kauft, wenn man auch das dafür notwendige Geld hat.

So fahren wir eigentlich recht gut, der beste Ehemann und ich. Natürlich schränkt es einen manchmal vielleicht etwas ein, wenn man sich „nur“ im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegt, aber es befreit auch – weil man sich nämlich dann nicht die Nächte um die Ohren schlagen muss vor Sorge, wie man den Rest des Monats bestreiten soll.

Kredite werden einem hier quasi hinterhergetragen. So rief mich gestern die Kreditkartenfirma an mit der freudigen Nachricht, ich hätte einen Kredit zugut. Ja, wörtlich: zugut.

Natürlich habe ich abgelehnt, wozu brauche ich denn einen Kredit? Doch genau hier liegt das Problem: Man kriegt Kredite und Darlehen in Höhe von bis zum Doppelten Monatsgehalt ohne Bonitätsprüfung und irgendwelche Nachweise, per Mausklick sozusagen. Gefährlich! Sehr gefährlich! Denn wenn man einen Kredit aufnimmt, muss man ja zuerst einmal schauen, ob man den auch in nützlicher Frist wieder abbezahlt kriegt, nicht wahr?

Ich jedenfalls versuche meinen Kindern schon jetzt, wo sie „nur“ Taschengeld zu verwalten haben, beizubringen, dass weniger oft mehr ist. Und dass man keinesfalls auf Pump kaufen soll, sondern halt eben sparen.

Wahrscheinlich schlagen da meine Schweizer Gene durch 🙂

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Happy Birthday, Israel!

 

Letzten Donnerstag feierten wir Yom Ha’atzma’ut, den Unabhängigkeitstag. 70 turbulente Jahre sind seit der Statatsgründung vergangen.

Wie alle Feiertage hier begann der Unabhängigkeitstag am Vorabend, also am Mittwoch, nahtlos nach Yom Hazikaron. Von der Trauer zur Freude, wie so oft im Judentum.

Am Mittwochabend also pilgerten der beste Ehemann von allen und ich mit den Kindern, und mit uns alle Einwohner unseres Ortes, ins Industrieviertel, wo es Essbuden gab und ausserdem eine Bühne mit verschiedenen mehr oder minder berühmten oder wenigstens bekannten Acts. Tochter kam mit uns hin, zog dort mit „Freundinnen“ aus der ehemaligen Klasse herum und kam mit uns wieder heim. Sohn kam mit uns, traf dort Freunde aus seiner Klasse – und wollte trotz Angebots lieber mit uns mitlaufen als mit den Freunden. Was dazu führte, dass wir vier Elfjährige im Schlepptau hatten, die sich immer eng um uns scharten und sofort zum Handy griffen, wenn sie uns länger als zwei Minuten aus den Augen verloren. Süss! Das zeigt doch mal wieder, wie sehr diese „Grossen“ im Inneren doch eigentlich einfach noch Kinder sind.

Nach dem Feuerwerk ging’s nach Hause, wo wir noch die letzten Vorbereitungen für das grosse Event in unserem Garten trafen. Von 63 Eingeladenen kamen 40, darunter etwa 6 Kinder unter 12. Natürlich wurde gegrillt, das gehört zum Nationalfeiertag hier dazu wie in der Schweiz die Lampions und die Bengalischen Zündhölzer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Was soll ich sagen: Es war ein Erfolg. Gute Stimmung, tolles Wetter, nette Leute, superleckeres Essen (und von allem viel zuviel, wie immer)!

Fotos mit freundlicher Genehmigung von meinem Schwager, O. D. – danke!

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Lieder zum Gedenktag

Im Radio werden seit gestern Abend nur ruhige, besinnliche Lieder gespielt, die alle einen Bezug zu Krieg/Tod/Trauer/Abschied haben. Ich liste hier mal eine kleine Auswahl auf, ohne bestimmte Reihenfolge.

 

Shir shel achrei hamilchama (Lied nach dem Krieg)

Ballada lachovesh (Ballade für den Sanitäter) – Text (Englisch)

Keev shel lochamim (Der Schmerz der Kämpfer)

Hachol izkor (Der Sand wird sich erinnern)

Etzleinu bagan (Bei uns im Kindergarten)

Shilchi oto (Schicke ihn) – Roni Dalumi

Dma’ot shel mal’achim (Engelstränen)

Shmor al ha’olam (Beschütze die Welt)

Livkot lecha (Dich betrauern) – Text (Englisch)

Bab-el-Ouad (Sha’ar Haggai, der enge Aufgang nach Jerusalem)

Mi shechalam (Wer träumte)

Hamilchama ha’achrona (Der letzte Krieg) – Text (Englisch)

Ben yafe nolad (Ein schöner Sohn wurde geboren)

Essrim elef ish (20’000 Mann)

Anachnu me’oto hakfar (Wir sind aus dem gleichen Dorf)

Rak tachzor (Kehr nur zurück)

Avot uvanim (Väter und Söhne)

Achi hatza’ir Jehuda (Mein kleiner Bruder Jehuda)

 

 

 

Am späteren Nachmittag werden die Lieder dann langsam fröhlicher, bis bei Nachteinbruch dann der Unabhängigkeitstag beginnt. Der wird heuer ganz gross gefeiert, denn Israel wird 70.

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