Cleopatra

Letzten Freitag rief mich meine Tochter vom Handy aus an, sobald sie aus dem Haus war. Das ist ungewöhnlich. Sie teilte mir mit, im Park gegenüber unseres Hauses sei eine ganz abgemagerte kleine Katze, die sich kaum bewege.

Ich ging also mit Katzentransportkorb und Nahrung ausgerüstet nach draussen. Tatsächlich: Ein Kätzchen, völlig abgemagert und verdreckt, ein Auge eitrig verklebt… das Trockenfutter nahm es an, bewegte sich aber sonst kaum. So war es nicht allzu schwierig, es in den Transportkorb zu bugsieren und nach Hause zu nehmen.

Danach brachte ich erst mal meinen Sohn zur Schule – ohne ihm vom Neuzugang zu erzählen, denn sonst wäre er wohl gar nicht hingegangen.

Wieder daheim angekommen, richtete ich den alten Hasenkäfig für das noch namenlose Kätzchen ein. Es schien mir leicht unterkühlt, weshalb es ein Kirschkernkissen erhielt, daneben Nassfutter und meine selbstgemixte, energiereiche Flüssignahrung, die seinerzeit auch Wolf erhielt (Rezept vom Tierarzt vor Jahren erhalten). Ausserdem wischte ich mehrmals täglich das verklebte Auge mit Schwarztee aus und gab antibiotische Augensalbe hinein. Anfangs war nicht klar, ob das Auge darunter überhaupt einigermassen ganz ist… aber der Eiter liess bald nach, und die Lider blieben offen.

Mein Sohn entschied, das Kätzchen heisse Cleopatra. Hier ist sie:

Cleopatra

unten: Fundzustand am Freitagmorgen

oben: Zustand gestern Dienstag, also nach 4 Tagen

 

Sieht schon etwas besser aus, nicht wahr? Ich werde weiter berichten.

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Und es gibt sie doch!

Handwerker aller Art sind hierzulande nicht unbedingt für ihre Aufrichtigkeit bekannt. Klar, es soll auch welche geben, die einen nicht übers Ohr hauen, aber man hört auch öfter mal Geschichten, in denen Teile repariert wurden, die gar nicht kaputt waren, oder teure Arbeiten berechnet wurden, die gar nie ausgeführt worden waren. Es gibt sogar ein Fernsehprogramm, in dem ehrliche Handwerker ausgezeichnet werden, und das geht so (nur ein Beispiel): Man schickt eine Testperson zu verschiedenen Reparateuren. Die Beschwerde lautet, der Bildschirm des Handys sei gesprungen (in Wahrheit, und das wissen sowohl Testperson als auch Zuschauer, ist nur der Displayschutz kaputt). Oft wird die Testperson für ein teures Ersatzdisplay bezahlen müssen. Wenn nun aber der nette Herr oder die nette Dame vom Reparaturdienst erkennt, dass es nur am Displayschutz liegt und dies auch so mitteilt, bekommt er oder sie eine Urkunde vom Fernsehprogramm, die den Laden als „ehrlicher Handwerker“ auszeichnet.

So weit, so gut. Meine Rosalie (das ist mein Auto, du erinnerst dich?) machte plötzlich seltsame Geräusche. Ich hörte sie von hinten rechts und hatte die Stossdämpfer im Verdacht. Zu meiner bisherigen Werkstatt wollte ich nicht fahren, da sie sich im Industrieviertel der Nachbarstadt befindet und mit öffentlichen Verkehrsmitteln praktisch nicht zu erreichen ist. Der beste Ehemann von allen ist gerade für ein paar Tage weg, also fällt er auch für Fahrdienste zur/von der Werkstatt weg.

Kürzlich habe ich jedoch von einer Autowerkstatt in unserem Ort gehört, und zwar nur Gutes. Sie liegt 20 Fussminuten von unserem Haus entfernt, und ich beschloss also, mit Rosalie dort vorbeizugehen. Amir, der nette Geschäftsführer, empfing mich freundlich und entschuldigte sich, er könne Rosalie leider erst am nächsten Tag ansehen, da sich  mehrere seiner Arbeiter für den Tag abgemeldet hätten. Ok, kein Problem.

Am Abend brachte ich Rosalie vorbei, und gegen Mittag des Folgetages rief ich kurz in der Werkstatt an, um mich nach den Fortschritten zu erkundigen. Amir erklärte, er sei mit Rosalie eine Runde gefahren, er höre nichts. Er habe sie ausserdem aufgebockt und daruntergeschaut, da sei auch nichts. Das Auto sei in bester Ordnung, ich könne es am Nachmittag wieder abholen. Ich erzählte dies natürlich sogleich dem besten Ehemann von allen, und er war begeistert: Endlich ein ehrlicher Automechaniker! Ich selber verstehe nämlich von der ganzen Sache nicht sehr viel und hätte anstandslos alle Erklärungen für „notwendige“ Ersatzteile und/oder Reparaturarbeiten hingenommen und bezahlt.

Doch die grösste Überraschung sollte erst noch folgen. Auf die Frage nach dem Preis meinte Amir nur: „Das kostet nichts. Die Überprüfung ist gratis.“ Ich wandte ein, er habe doch Zeit investiert und ich sei gerne bereit, ihm etwas dafür zu bezahlen. Davon wollte er aber nichts hören. Es sei gratis, Punkt.

So nett! Ab sofort werde ich Amir auch für den regulären Service alle 10 000 km in Anspruch nehmen. Und ihn natürlich auch anderen wärmstens weiterempfehlen. Es gibt sie also tatsächlich, die ehrlichen Handwerker!

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Die Dinos kommen!

Seit neuestem haben wir (wieder) ein Dinosaurier-Museum im Wohnzimmer. Mein Sohn hat sämtliche Bücher und Plastikfiguren aus seinem Zimmer geholt und fachmännisch aufgebaut. Bilder/Text und Figuren sind passend angeordnet. Es gibt sogar Eintrittskarten, und der Museumsdirektor führt persönlich durch die Ausstellung.

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Irgendwie erinnert mich das an die Anfänge des Sauriermuseums Bellach 🙂

 

 

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Vor 22 Jahren…

…klingelte zu nachtschlafener Zeit das Telefon. Abends um 22 Uhr oder sogar noch ein wenig später ist in der Schweiz nachtschlafen, vor allem, wenn das Telefon in der Stube einer Familie und nicht eines jungen Singles klingelt. Was war wohl passiert?

Am Apparat war ein Freund aus Israel, der mir ganz geschockt mitteilte, Yitzchak Rabin sei soeben erschossen worden. Wahrscheinlich war ich eine der ersten, die in der Schweiz über den Mord Bescheid wussten, denn in den Medien war noch nichts davon zu vernehmen.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment. Alle waren wir schockiert, entsetzt, vor den Kopf gestossen. Erst dachte man, der Täter sei ein arabischer Terrorist , und als sich herausstellte, dass der Mörder aus den eigenen Reihen stammte, also Jude war, vertiefte sich das Gefühl der Hilflosigkeit noch.

 

 

Heute ist Rabin-Gedenktag. In den Schulen werden besinnliche Feiern abgehalten, Radio und Fernsehen thematisieren das Geschehen von vor 22 Jahren. Man erinnert sich.

Und der von Rabin angestrebte Friede liegt immer noch in weiter Ferne…

 

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Here we go again

Gestern sprengte die israelische Armee einen Terrortunnel, der von Gaza bis weit in israelisches Territorium hinein führte. Durch solche Tunnels dringen Terroristen tief in israelisches Gebiet ein und führen Anschläge durch – oder versuchen, israelische Bürger zu entführen, um damit gefangene Palästinenser freizupressen. Bei der Explosion kamen mehrere Terroristen ums Leben.

Natürlich bin ich ab sofort in höchster Alarmbereitschaft, denn dies wird wohl schon bald eine „Vergeltungsaktion“ aus Gaza nach sich ziehen… unser Schutzraum ist jedenfalls bereit.

Artikel dazu findest du hier (englisch) und hier (deutsch; es stört mich jedoch, dass das Wort Terrortunnel in Anführungszeichen steht…)

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Geburtstag!

Ich durfte vor kurzer Zeit Geburtstag feiern, und zwar meinen eigenen. Da die Kinder ein Veto gegen eine gekaufte Geburtstagstorte einlegten und gegen eine von mir gebackene gleich auch, machten sie sich selbst ans Werk und zauberten mir eine wundervolle, leckere Torte:

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Wir feiern immer beim Frühstück, und da dieses Jahr mein Geburtstag auf einen meiner Arbeitstage fiel, feierten wir am Tag davor – denn da musste niemand von uns schon um 6:30 aus dem Haus sein.

Wie jedes Mal gab es einen geschmückten Tisch, Pakete und Überraschungen und Luftballons.

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Ich wurde so reich beschenkt – tausend Dank!

Ausgepackt

Und da der „richtige“ Geburtstag erst am Folgetag stattfand, wurde ich gleich nochmals gefeiert, nämlich mit Anrufen, WhatsApp-Nachrichten, SMS und Mails. Danke!

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Ein wundervolles Wochenende

An Chol haMo’ed Sukkot entführte uns mein Mann in (meiner Meinung nach) eines der schönsten Hotels in Israel, das Hacienda Forest View. Da entspannt man sich schon bei der Ankunft, denn alles ist grün, hell und ruhig. Bilder sagen mehr als Worte:

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Es war wunderschön!

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Zu Yom Kippur

 

Mögt Ihr alle ins Buch des Lebens eingeschrieben werden!

Bat Ella: B’sefer Chayim

(Quelle: YouTube)

בספר חיים ברכה ושלום ופרנסה טובה.
נזכר ונכתב לפנייך אנחנו וכל עמך בית ישראל,
לחיים טובים ולשלום.

 

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Ein Jahr danach…

Seit einem Jahr ist Wolf nun bei uns. Hat sich positiv verändert, nicht wahr?

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Bye bye, Batman

Am Mittwoch, am Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes, musste ich unseren schwarzen Kater Batman einschläfern lassen.

Batman gehörte zu unseren „Draussenkatzen“ und war der letzte verbleibende Spross aus Pumas einzigem Wurf. Da er nicht ständig in unserer Nähe war, bemerkten wir seine Erkrankung erst recht spät… er hatte wohl einen Tumor in der Nase und konnte nur noch schlecht atmen. Es kam mir vor, als hätte er bei uns Hilfe gesucht, denn am Montagabend wehrte er sich nicht gegen den Katzenkorb. Ich nahm ihn zur Tierärztin, die meinte, man könne eventuell trotz allem mit Antibiotika noch etwas retten – aber am Mittwochmorgen war dann sein Zustand so schlecht, dass ich entscheiden musste, ihn gehen zu lassen.

Die Tierärztin war sehr einfühlsam, ich war bis zum Schluss bei ihm, und Batman spürte wirklich nichts. Er entspannte und schlief ein, und dann hörte das Herz auf zu schlagen. Als wir ihn begruben, sah er ganz friedlich aus.

Batman

Bye bye, Batman, du fehlst uns.

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